Aber muß es so sein? Warum will Gott den Krieg zwischen den Völkern?

DER ERSTE KRIEGER:

Die Völker begehren seiner um seinetwillen.

DER ZWEITE KRIEGER:

Wer sind die Völker? Bist du nicht unsres Volkes einer, bin ich es nicht, und unsere Frauen, die meine und die deine, sind die nicht Volkes Teil, und haben wir dieses Krieges begehrt? Hier stehe ich und halte einen Speer, nicht weiß ich, wider wen ich ihn wende. Dort unten im Dunkel wartet unwissend der, dem er zugeschliffen ward, ich kenne ihn nicht, nie habe ich sein Antlitz gesehen und die Brust, die ich mit Tod ihm durchstoße. Und ein anderer wärmt dort unten vielleicht jetzt am Lagerfeuer die Hand, die meinen Kindern den Vater stößt, und hat mich nie geschaut und nie Kränkung gehabt von meinem Leben. Fremd sind wir einander wie die Bäume des Waldes, doch die wachsen still und blühen aus sich, wir aber wüten widereinander mit der Axt und dem Speer, bis das Harz unseres Blutes aus den Leibern quillt. Was ist dies, das Tod unter die Menschen stellt und den Haß säet zwischen sie, da dem Leben so viel Raum ist und der Liebe so lange Frist? Ich verstehe es nicht, ich verstehe es nicht!

DER ERSTE KRIEGER:

Von Gott muß es kommen; denn von jeher war es so! Ich frage nicht weiter.

DER ZWEITE KRIEGER:

Gott kann diesen Frevel nicht wollen. Er hat das Leben gegeben um des Lebens willen. Auf seinen Namen häufen die Menschen alles, was sie nicht verstehen. Nicht von Gott kommt der Krieg, woher mag er nun stammen?

DER ERSTE KRIEGER: