(DER KÖNIG ZEDEKIA erscheint, begleitet von Abimelech und einigen seines Gefolges, auf seinem Rundweg um die Mauern. Er ist ungerüstet und barhäuptig, im weißen Mondlicht sieht sein Antlitz bleich und ernst aus. Er bleibt stehen und blickt lange auf das fahldämmernde Blachfeld hinaus.)
DER KÖNIG ZEDEKIA (zu Abimelech):
Auf wieviel schätzest du ihre Scharen, Abimelech?
ABIMELECH:
Zelt reiht sich an Zelt, schwer wie die Sterne sind sie zu zählen. Die Boten nannten ihrer hunderttausend, doch man soll den Worten nicht trauen.
ZEDEKIA:
Wahr sprichst du, Abimelech, allzu wahr. Man soll den Worten nicht trauen. Wo sind die Wahrsager, die mir rieten, wo Pharaos Heer und die Hilfe Mizraims! Nun sind wir allein wider die Heere Chaldäas.
ABIMELECH:
Zwiefach wird unsere Ehre darum sein, sie zu besiegen. Ewig währet Jerusalem!
ZEDEKIA: