Nicht siebenzig sind es ... nicht siebenzig ...

ZEDEKIA (sich umwendend in Zorn):

Die Schritte zählet ihr schon, die ich tun soll, den Nacken unter das Joch gespannt wie der Stier vor dem Pflug? Ist Wahnsinn in euch gefahren, daß ihr meint, ich würde mich beugen? Wart ihr nur mutig mit mir, solange es euer Leben galt und euer Gespartes, und nun, da der Freche euch befriedet, verschachert ihr meine Schmach? Feiglinge seid ihr ...

PASHUR:

Mit deinem Eide hast du gelobt, mein König, daß jeder frei vor dir sage, was sein Herz ihm gebietet.

ZEDEKIA:

Zum rechten erinnerst du mich. Verzeih meinem Blute. Sprecht frei nach eurem Herzen.

NACHUM:

Hart ist Nabukadnezars Heischung, doch härter die Not. Man möge ihm willfahren. Nicht aber meine, daß wider deine Ehre ich rede, mein König. Habe ich bislang mich gebeugt in Ehrfurcht vor dir, so will ich noch tiefer mich neigen vor dem, der die Not des Volkes auf den Nacken genommen, der sich erniedrigt, auf daß Israel erhöhet sei. Denn wahrlich, Königstat ist es, zu leiden für sein Volk.

PASHUR: