BARUCH (unruhig, leise):

Ich höre, mein König. Doch eines noch hieß der König mich melden, eines noch heischt er von uns.

ABIMELECH (auffahrend):

Noch mehr? Genügt ihm noch nicht diese Schmach?

BARUCH:

Ein Geringes nur nannte er es. Doch mich dünkt es groß.

ZEDEKIA:

Was fordert sein Stolz noch mehr?

BARUCH:

Er sprach: „Ich will nehmen das Joch vom Nacken des Königs und die Krone wieder legen auf sein Haupt. Und er möge zu meiner Linken gehn, damit man erkenne, daß ich ihn ehre als meiner Krone Geschwister und Kind. Aber noch einer ist in euern Mauern, von dem die Völker sagen, daß er mächtiger sei denn alle, und diesen verlangt es mich, zu sehn. Sie sagen, ein Gott sei in euern Mauern, dessen Blick ihr berget vor den Menschen hinter zeltenen Wänden und den keiner ertrüge zu schauen. Aber fremd ist mir Furcht, und ich will vor ihn treten, daß ich ihn kenne. Ich werde nicht rühren an seinen Altar, nicht fassen nach seinem Brote, nicht gieren nach seinen Schätzen. Einlaß nur heische ich von euch, denn es lüstet mich, den zu kennen, der gewaltiger wäre als ich.“ So sagte Nabukadnezar.