JEREMIAS:

Eile ihm nach! Laß ihm nachsetzen mit Rossen und Läufern.

ZEDEKIA:

Es ist zu spät. Schon hält sie des Königs Hand!

JEREMIAS (bricht zusammen, verhüllt sein Gesicht, mit einem dumpfen Schrei die Hände reckend):

Dann wehe, wehe Jerusalem! Jerusalem! Jerusalem! Wehe! Wehe!

ZEDEKIA (erschreckt ihm nahe tretend):

Was ist dir, Jeremias?

JEREMIAS (hört ihn nicht. Ein Schluchzen geht durch seinen Körper. Allmählich richtet er sich ganz empor. Seine Augen starren in die Ferne mit ekstatischem Blick, sein ganzer Leib ist durchschüttelt von mächtiger Bewegung. Er spricht abwesend wie im Gebet, die Hände aufhebend, überwältigt von innern Gesichten):

Oh wehe, wie bist du vom Himmel gefallen,
Jerusalem, prächtiger Morgenstern,
Und gedachtest doch über die Welten zu steigen!
Über die Wolken wolltest du fahren,
Doch wehe, du bist gesunken, du Schöner,
Nieder, oh nieder, in Dunkel und Nacht.