(DIE MENGE schäumt empor, ihn umdringend. Einige fassen ihn, andere werfen sich ihnen entgegen und versuchen, ihn zu befreien.)

STIMMEN:

Ans Kreuz ... steiniget ihn ... Er lästert Gott ... Kreuziget ihn ... Fluch Jeremias ... Kreuziget ihn ...

ANDERE STIMMEN:

Laßt ... Der Geist Gottes ist über ihm ... Er rast ... laßt ab ...

ANDERE STIMMEN:

Ans Kreuz ... Ans Kreuz ... Er hat uns verflucht.

JEREMIAS (im Tumult, die Hände kreuzgebreitet):

Was zögert ihr noch? Den seligen Preis
Des Martertods, ich will ihn bezahlen!
Oh, wie dürstig bin ich der Martern und Qualen,
Denn ich weiß,
Der am Kreuze hinstirbt in irdischer Pein,
Wird der selige Mittler und Fürbitter sein.
Seine Arme, die brechend am Kreuzholz hangen,
Werden liebend die Seele der Welt einst umfangen,
Seine Lippen, die schmachtend verlöschen und brechen,
Das erlösende Wort des Friedens aussprechen,
Seine Seufzer werden zu Wohllaut werden,
Seine Qual die ewige Liebe auf Erden.
Oh, sein Tod ist Leben, sein Leiden Vergeben,
Nur sein Fleisch kann sinken, sein Leib kann zerfallen,
Doch seine Seele wird flügelnd mit allen
Sünden der Menschen zu Gott aufschweben
Und dort der Bitter und Bote sein!
Oh, daß ich es wäre, oh, daß ich es würde,
Meine Seele verzehrt und verlodert sich!
Auflegt mir das Kreuz! Aufhäuft mir die Bürde!
Kreuziget mich! Oh, kreuziget mich!

(DIE MENGE hat ihn unter wilden Rufen gefaßt und schleift ihn mit sich. Sie schlagen auf ihn ein.)