EIN MANN:

Nein ... er hat es gesagt ... er hat alles gewußt ... ein Weiser ist er ... ein Profet ...

JEREMIAS:

Er darf nicht ... er darf nicht ... er darf mich nicht anklagen ... mein Wort ist mein Wille nicht ... Macht ist über mir ... Er ... Er ... Der Furchtbare ... Der Mitleidslose ... Sein Werkzeug bin ich nur ... sein Hauch ... seiner Bosheit Knecht ... Er hat mich beredet, und ich ließ mich bereden ... denn übermächtig war er, und sein Knecht bin ich geworden... Fluch hat er in meinen Atem getan ... Er ... Er ... der Furchtbare ... die Galle in meine Rede ... und das Bittere in meinen Speichel ... Oh, wehe über die Gottesfaust ... wen er faßt, der Furchtbare, den läßt er nicht wieder ... oh, daß er mich freigäbe, den Verfluchten seines Worts ... ich ... ich ... ich will nicht mehr reden seine Rede ... schweigen will ich ... schweigen ... ich ... ich ... ich will nicht mehr, Gott ... ich will nicht mehr ... ich fluch deinem Fluche ... laß deine Hand von mir, tu das Feuer von meinem Mund ... ich ... ich ... ich kann nicht mehr ... ich will nicht mehr ...

DIE STIMMEN:

Tobsucht hat ihn überkommen ... die Krämpfe ... die Krämpfe ... wie eine Gebärerin windet er sich ... weichet von ihm ... hört ihn nicht an ... Gott hat ihn gestraft ...

(JEREMIAS bricht wie zerschmettert in sich zusammen.)

DIE STIMMEN:

Sehet ... seht ... Die Hand des Herrn hat ihn getroffen ... Wahnsinn hat ihn geschlagen ... weichet von ihm ... weichet von ihm ...

(ALLE haben sich zusammengeschart und drängen sich von Jeremias fort, der auf der Erde liegt, wie ein gefällter Baum. Einige Augenblicke herrscht bestürztes, ratloses Schweigen. Dann plötzlich von außen ein Hörnerschall aus großer Ferne.)