(Er horcht in die Stille hinein. Immer fiebriger.)

Oh Schweigen, Schweigen, immer Schweigen und innen Aufruhr noch und aufgewühlte Nacht. Mit heißen Fängen krallt sichs ein in mich und kann sie doch nicht fassen, mit Bildern geißelts mich und weiß nicht, wer mich treibet, in leere Luft hinfallen meine Schreie! Wohin, wohin entfliehn? Oh wirr Geheimnis dieser Jagd, der ich erliege, und weiß nicht, wessen Ziel und wem zur Beute! Tu auf dich, Netz und Wirrnis, den Sinn sag dieser Qual, du Unsichtbarer, oder laß von mir, ich kann, ich kann nicht mehr. Laß ab, du Jäger, oder fasse mich, in Wachen ruf mich, nicht im Traum, in Worten sprich und nicht in Bildern brenne, – tu auf dich, der du mich verschließest, den Sinn sag dieser Qual, den Sinn, den Sinn!

EINE STIMME (leise rufend vom Dunkel her. Sie scheint aus Tiefen oder Höhen zu kommen, geheimnisvoll in ihrer Ferne):

Jeremias!

JEREMIAS (taumelnd, wie von Steinwurf getroffen):

Wer?... mein Name ... war dies mein Name nicht ... rief es von Sternen, riefs aus meinem Traum?... (Er horcht hinaus. Alles ist wieder stumm.)

JEREMIAS:

Bist du es, Unsichtbarer, der mich jagt und plaget ... bin ich es selbst, tönt mein hinstürmend Blut ... noch einmal sprich, daß ich dich kenne, Stimme ... noch einmal ruf mich an ... noch einmal, einmal sprich ...

DIE STIMME (näher tastend):

Jeremias!