DIE STIMME DER MUTTER (nun schon ganz nahe und kenntlich):

Jeremias!

JEREMIAS (in Ekstase):

Brich ein in mich, Herr, mein Herz birst vom Schauer deiner Nähe schon! Schütte dich aus, selig Gewitter; wühl mich auf, daß ich deinen Samen trage, mache fruchtend meine Erde, mache trächtig meine Lippe – einbrenn mir das Brandmal deiner Hörigkeit! Wirf dein Joch über mich, siehe, gebeuget schon ist mein Nacken, – dein bin ich, dein für immerdar. Nur erkenne mich, Herr, wie ich dich erkenne, nur laß mich deine Herrlichkeit schauen, wie du erschautest im Dunkel meine Niedrigkeit, den Weg nur weise deines Willens, Herr, weise ihn, weise ihn deinem ewigen Knecht!

DIE MUTTER (ist suchend die Treppe emporgestiegen. Ihr Blick ist ängstliche Sorge, ihre Stimme voll Zärtlichkeit):

Oh hier ... hier bist du, mein Kind.

JEREMIAS (auffahrend von den Knien, voll Schreck und Ingrimm):

Weg ... fort ... oh, verloschen die Stimme ... zerschlagen der Weg ... verborgen für immer ...

DIE MUTTER:

Weh ... wie du hier stehest im dünnen Gewand am Kalten der Mauer ... komm hinab, mein Kind ... Fieber schwelt her von den Sümpfen des Morgens ...