Du glaubst an mich ... Knabe ... wer bist du? Mein Blut hast du gesprengt aus mir und deinen Willen geworfen in den meinen ... der erste bist du, der mir glaubet ... und noch weiß ich deinen Namen nicht.

BARUCH:

Baruch bin ich, der Sohn Sebulons von Gilead.

JEREMIAS:

Du wirst keines Sohn mehr sein, so du mir glaubest, der Verstoßene wirst du sein, so du mir folgest, der Gehaßte und Verbannte, denn in Flammen muß verbrennen, wer leuchten will im Wort. Hüte dich, Baruch, du Knabe! Mein Blut hast du genommen von mir, soll ich darum das deine schon nehmen? (Ihn ergriffen fassend): Laß sehn deine Augen! Morgendlich noch leuchtet ihr Stern, soll ich ihn umwölken mit meinen Träumen? Rein glänzet deine Stirn, soll ich sie furchen mit meinen Sorgen? Klar runden dir die Lippen sich, soll ich sie bitter machen mit meiner Rede? Nein, Knabe, geh, geh von mir, den Schrecknis umgürtet, nicht wirf in Lauge dein Herz, weiche von mir um deines Lebens willen.

BARUCH:

Ich will mein Leben nicht ... Dein Weg soll mein Weg sein, denn ich glaube dir, Jeremias, und dieser Glaube ist nunab mein Leben.

JEREMIAS (bewegt):

Der erste bist du, der mir glaubet, wahrlich meines Glaubens Erstling bist du und meiner Angst erstgeboren Kind ... mit meinem Blute habe ich dich gezeuget und aus meiner Qual dich gewunden ... soll ich dich wahrhaft nehmen in meiner Bitternis ...

BARUCH: