„Wie sich Irma amüsiert,“ sagte Ilse froh zu Ruth, „und wie wunderbar lieblich sie aussieht.“

Ruth beugte sich zu ihrer Mutter und entgegnete leise:

„Ich finde, daß sie zu viel mit dem Baron tanzt, Mama. Das ist nun schon das viertemal, und sie ist so aufgeregt.“

„Ach was, das hat doch nichts zu sagen! Nach dem heutigen Abend sieht sie ihn vielleicht nie wieder. Überdies sind Ludwig und Agnes auch fast unzertrennlich.“

„Das ist etwas andres. Jetzt sehe ich sie überhaupt nicht mehr. Ob sie hinausgegangen sind?“

„Vielleicht für einen Moment. Es ist arg heiß im Saal. Das machen die vielen Menschen. Laß Irma nur nicht merken, daß du unruhig bist, Ruth; wirklich, das wäre nicht richtig. Da sind sie schon wieder.“

In der Tat kehrten Irma und ihr Kavalier in den Saal zurück. Der Ball näherte sich seinem Ende. In einer Ecke, hinter einer Gruppe hochstämmiger grüner Blattpflanzen und Rosen konnten sie ungestört plaudern.

„Dies ist der seligste Abend meines Lebens,“ begann Hochstein. „Es ist beinahe zu schön für einen gewöhnlichen Sterblichen: mir ist, als weilte ich unter den Göttern des Olymps.“

Irma lachte. „Wie mag Ihnen da wohl zu Mute sein?“

„Ich möchte die ganze Welt ans Herz drücken, mir ist, als ob das Leben all seine Schönheit und Herrlichkeit über mich ausschüttete, als ob alles, was ich je geträumt, Wirklichkeit würde, so daß ich mein Glück kaum fassen kann!“