Aber durch das Klappern des Storches ist der Hofhund erwacht, er fängt an zu kläffen und zu bellen: im Wohnhaus wird Licht angezündet und einen Augenblick später klappern Holzschuhe über das Steinpflaster.

Da gilt es, sich zu beeilen! Vogelhansen setzt sich auf seine vier Buchstaben, hält die geraubten Eier mit der rechten Hand hoch in die Höhe und rutscht resolut vom Dach herunter. Aber in der Eile verfehlt er die Leiter, er muß der Sache ihren Lauf lassen — und wie ein Schlitten nach einem Luftsprung saust sein Körper in die Luft hinaus. Da hat er das unverschämte Glück, daß der Düngerhaufen sich gerade unter ihm befindet: er fällt weich — in einen großen Haufen Streu hinein. Er greift nach seinen Schuhen und nimmt Reißaus über die Heide.

Alle Storcheneier waren heil geblieben — er hatte für seine Verhältnisse einen ungewöhnlichen Fang gemacht!

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Jetzt ist er wieder hier in der Gegend.

Ein eifriger Sammler hat ihm einen hohen Preis für die Beschaffung eines vollen Geleges Eier von dem großen Uhu geboten. Für den Sammler gilt es, die Eier zu erlangen, solange der Vogel überhaupt noch vorhanden ist.

Aus seiner Knabenzeit und von seinen späteren zahlreichen Besuchen hier ist der kleine Leuchtturmwärter mit sich im Klaren, wo ungefähr er suchen muß. Er geht geradeswegs nach der Stelle, wo er im vergangenen Jahr das Eulennest gefunden hat und beginnt von hier aus, den Wald in immer größeren Kreisen zu durchtraben.

Er ist eifrig. Dem kurzen Bein wird es schwer, Schritt zu halten, ihm muß mit einem dicken, eisenbeschlagenen Eichenknittel nachgeholfen werden, dessen Krücke so gebogen ist, daß sich der Stock schnell in die Seitentasche einhaken läßt, wenn „Vogel“ die Hände frei haben will. Er klopft an die Stämme und guckt in die Wipfel hinauf, er kratzt an den alten Eichenstubben und jagt den Stock bis an die Krücke unter alle Wegüberführungen und in die alten, mit Laub angefüllten Fuchsröhren.

Strix liegt auf ihren Eiern wie ein Huhn, flach ausgestreckt — mit gesträubten Hörnern ...

Schon aus weiter Ferne hört sie den eigenartigen Gang des Mannes.