Sie dreht den Kopf ganz nach ihm herum ...
Aber was soll sie fürchten?
Sie hat ja ihren scharfen Schnabel und ihre spitzen Fänge; noch nie haben diese beiden mächtigen Waffen sie im Stich gelassen, wenn Not am Mann war; die Fänge greifen fest zu und bohren sich ein Loch da, wo sie anpacken — und der Schnabel gibt den Fängen nichts nach.
Und dann hat sie ja die Flügel.
Wie sie hier so im Baum liegt und auf die Erde hinabsieht, fühlt sie sich dem großen, lächerlichen Tier unendlich überlegen; sie kann sich ja von ihm weg emporschwingen und ihn unter sich kleiner und kleiner werden sehen. Auch das ist gleichsam eine Befreiung!
Nein, was soll sie fürchten! Sie hat den Übermut und die Sicherheit aller großen Vögel, sie besitzt den Glauben an sich selbst und das Vertrauen zu den eigenen Fähigkeiten und Kräften.
Da auf einmal fängt ihr Horstbaum an zu zittern und zu beben. Sie hört, wie sich große, gehörnte Krallen einen Weg am Stamm hinauf bahnen.
Sie preßt sich fester auf ihre Eier, rollt mit den Augen und faucht wie eine Kröte.
Die Krallen kommen näher und näher — und machen dann plötzlich unter ihr Halt. Da fängt sie an zu jammern und zu klagen wie eine Bruthenne und stößt eine Reihe tieftönender Aah — Aah aus ...
Dem Leuchtturmwärter klingt es, als klage ein todkranker, leidender Mensch.