Im selben Augenblicke ist die Eule wach.

Es geht schnell zu ihr hinauf im runden Korkziehergang, ganz so, als statte der Specht vormittags ihrem Wohnbaum einen Besuch ab. Jetzt ist das Geräusch dicht hinter ihrem Rücken; sie hört das trockne Holz des Stammes ächzen, und es dröhnt in dem hohlen Baum wie in einer leeren Tonne.

Die Eule richtet sich auf und wird zweimal so groß! Sie wirft gleichsam die Kissen ab und ihr vorhin so dicker, aufgeplusterter Körper wird schlank und lang.

Plötzlich gleitet ein kleines, langgestrecktes, schlangengeschmeidiges Raubtier in kastanienbraunem Pelz lautlos durch das Eingangsloch ...

Da leuchtet es unten aus dem Zunderdunkel wie Zauberglut auf. Ein elektrischer Strom, aus Spannung und Erregung geschaffen, entzündet magische Funken in den brandgelben Lichtern der Eule, sie sperrt ihren mächtigen Schlund auf und gibt plötzlich ein Furcht einflößendes Fauchen von sich.

Das geschmeidige Raubtier fährt mit einem Satz zurück; in langen Sprüngen jagt es kopfüber am Stamm hinab und verschwindet in wilder Flucht.

— — —

Der Marder Taa ist der blutdürstigste Räuber des Waldes. Aber noch ist er so jung, daß er dergleichen Fehlgriffe begehen kann.

Er hatte gehofft, ein Eichhörnchen in dem hohlen Stamm da oben zu treffen oder doch wenigstens einen kranken, alten Häher.

Jetzt macht er sich schleunigst unsichtbar, ganz verwirrt infolge des Irrtums.