Der Mensch gebraucht, wie wir wissen, in erster Linie seine Augen, um einen Gegenstand zu finden. Die Nase kommt dabei nur ausnahmsweise in Betracht.

Die Tiere sind dagegen in der Mehrzahl Nasentiere, die ihre Nahrung durch den Geruch suchen.

Von dem feinen Geruch der Bienen erzählt uns Herr Böhm folgendes Beispiel. Er hatte eine neue Wasserleitung angelegt, aber sie gab noch kein Wasser. Da fiel es ihm auf, daß die Bienen an einem heißen Tage zu dem Wasserleitungshahne flogen. Als er nachsah, stellte er fest, daß inzwischen der Anschluß erfolgt war. Da der Hahn nicht ganz fest geschlossen war, so befanden sich in seinem Innern bereits einige Wassertropfen. Diese Tropfen, die ganz verborgen waren, hatten die Bienen gewittert.

Aehnliche Beobachtungen habe ich ebenfalls gemacht. Die verwandten Wespen zeigen gleichfalls ein erstaunliches Geruchsvermögen. Wird ein Konfitürengeschäft eröffnet, das Süßigkeiten ausstellt, so finden sich selbst in der Großstadt sofort Wespen ein.

Der Geruchsinn ist ohne Frage der Grundsinn bei den Bienen. Schon das Ausräuchern der Bienen als Mittel zu ihrer Vertreibung beweist die Empfindlichkeit ihres Geruchsorgans.

Aber die Augen sind natürlich auch von Bedeutung. Deshalb ist es nicht wunderbar, daß sich die Bienen von Farben leiten lassen. Blau scheinen sie ganz besonders zu lieben. Dann folgt weiß, gelb, rot, grün und orange.

Wollten die Pflanzen Bienen allein durch ihren Duft anlocken, so hätten sie bei ungünstigem Winde wenig Erfolg. Ihre Farbenpracht ist also durchaus zweckmäßig.

[201]. Die Feinde der Bienen.

Ein Rotschwänzchen, das sich in unserer Nähe zeigt, gibt uns Anlaß, Herrn Böhm über die Schädlichkeit mancher Insektenfresser als Feinde der Bienen zu befragen.

Herr Böhm ist ein großer Freund der Singvögel, wie wohl die meisten Menschen, und glaubt, daß das Rotschwänzchen nur matte Bienen, die sowieso keinen Wert haben, fange. Nach seinen Beobachtungen kann ein Rotschwänzchen gesunde Bienen nicht fangen.