Während die Kunststücke beim Pudel nur Unterhaltungswert besitzen, ist die Abrichtung eines Jagdhundes für den Jäger von großem Wert. Er muß stets an der linken Seite gehen, um seinem Herrn beim Schießen nicht hinderlich zu sein, er muß auf den Zuruf »nieder« oder »down (daun)!« sich fest auf die Erde legen. Dadurch erreicht man, daß man den Hund ohne Leine fest in der Hand behält, wenn er beispielsweise bei einer Hetze uns entschwinden will.

Herr Böhm zeigt uns, wie gut Hektor dressiert ist. Er apportiert mit Freuden, selbst eine tote Krähe, was Hunde sonst nicht gern mögen.

Unser Bekannter räumt ein, daß man Jagdhunde nicht zu sehr wegen ihrer Anhänglichkeit auf die Probe stellen darf. Wie groß die Jagdleidenschaft ist, erkennt man daran, daß der gierigste Fresser oft das Essen unbeachtet läßt, wenn es zur Jagd geht.

Ich habe selbst erlebt, daß in dem Jagdrevier eines Freundes, in dem ich jagen durfte, die Jagdhunde ihren alten Wärter im Stich ließen und sich mir, dem Fremden, anschlossen, nur weil ich mit dem Gewehr auf Jagd ging.

Herr Böhm erzählt uns von seinen früheren Hunden. So hat er viele Jahre einen Dachshund »Männe« gehabt. Wie alle Dachshunde war er sehr selbständig und gehorchte seinem Herrn regelmäßig nur dann, wenn es ihm paßte.

Der Unabhängigkeitssinn des Dachshundes im Verhältnis zu seinem Herrn, den man bei anderen Hunden nicht antrifft, muß natürlich seinen Grund haben und hat ihn auch. Der Dachshund wird von den Jägern dazu gebraucht, um Dachse und Füchse, die in ihre Höhle geflüchtet sind, zu stellen, möglicherweise auch zu würgen. Bei diesem unterirdischen Kampf auf Leben und Tod hat der Mensch es sehr leicht zu sagen: »Faß, mein Hundchen, faß!« Das Zufassen wäre in dem Zeitpunkte vielleicht gerade ein großer Fehler, denn es darf nur in einem günstigen Augenblicke geschehen. Der Dachshund hat sich also daran gewöhnt, das, was sein Herr sagt, nicht sonderlich zu achten.

Ganz besonders liebte es »Männe«, Knochen für eine spätere Zeit sich aufzuheben und zu diesem Zwecke zu verscharren. Der Dachshund ist zum Wiederauffinden der verscharrten Knochen ganz besonders geeignet, da seine Nase sehr fein ist und sich obendrein ganz nahe am Erdboden befindet.

Auch einen Windhund »Roland« hat mein Bekannter längere Zeit besessen, hat ihn aber wieder weggegeben, da er für ihn keine Verwendung hatte. Der Windhund nimmt noch eine größere Ausnahmestellung unter den Hunden ein als der Dachshund.

Gerade der Windhund ist ein untrüglicher Beweis dafür, daß Auge und Nase in einer gewissen Abhängigkeit voneinander stehen. Von allen Hunden sieht er am besten und muß auch am besten sehen, da er als Hetzer vorher das Wild erblicken muß, das er einholen will. Dafür ist auch sein Geruch, wie schon die kleine Nase andeutet, nicht entwickelt genug, um, wie die andern Hunde, mit ihm eine Fährte dauernd zu halten.