Die Männer im Kreise standen mit tierisch glänzenden Augen, und manchmal sprang einer von ihnen aus dem Zirkel, um mit ein paar koboldartigen Sätzen seiner Freude Luft zu machen.

Im Schatten, an den Hütten entlang, kauerte eine Anzahl Frauen, die keinen Blick von der Gruppe verwandten. Sowie die Trommelwirbel etwas gedämpfter, die Bewegungen der Tänzer etwas schlaffer wurden, klatschten sie in die Hände, daß die silbernen Spangen klirrten, und ließen kurze schrille Rufe ertönen. Und wie elektrisiert hämmerte der Trommler wieder drauflos, hüpften und drehten sich von neuem die Tänzer. Sie waren wie trunken und irre von ihrem barbarischen Tun. Die niedergedämmte Wildheit ihrer ganzen Rasse schien sich in ihnen austoben zu wollen.

Erst wenn der letzte der Tänzer entkräftet zu Boden sinkt, nimmt der schwarze wilde Spuk ein Ende, ist das Fest der Neger vorüber.


Es hat sinnverwirrende, sinnenaufreizende Nächte, dieses Biskra! Nächte, in denen Liebe und Lust, Haß und Leidenschaft die Luft zu füllen scheinen. Nächte, die nichts von tiefer, weicher, völliger Ruhe wissen. Da stöhnt und jubelt und klagt die Musik. Da gellt von allen Häusern in der Runde das spitzige, giftige Bellen der Wachhunde, denen wie ein Echo ihre Brüder draußen aus den Zelten der Nomaden antworten. Da krähen schon von Mitternacht an die Hähne, und aus den Karawansereien dringt das unartikulierte Stöhnen der Kamele.

Und über diesem ruhelosen, fieberischen Leben wölbt sich ein Himmel von solch tiefer, durchsichtiger Bläue, flimmern die Sterne in solch ungewöhnlichem Glanze und schwebt in Vollmondnächten Luna in einer solchen Fülle silbrigen Lichtes, daß man in Versuchung kommt, zu glauben, auch dort oben herrschten etwas fieberische Zustände.

Endlich im Morgengrauen, wenn schon im Osten das Tagesgestirn sein Kommen verkündet, tritt Ruhe ein. Unter den ersten goldenen Sonnenstrahlen verflüchtigen sich die heißen unruhvollen Träume, die erste frische Morgenbrise schlägt sieghaft Bresche in die schwüle irritierende Atmosphäre einer solch duftgeschwängerten südlichen Frühlingsnacht.


»Das größte Glück der Erde
Liegt auf dem Rücken der Pferde,«

sagt ein altes arabisches Sprichwort. Wieviel Wahres daran ist, kam uns zuerst auf unseren Ritten in Biskra und später in noch erhöhtem Maße auf der Reise durch die Wüste zum Bewußtsein.