»Du meinst also: ›für'n Tod kein Kraut gewachsen ist‹. Ja, das wird es wohl sein; das mein ich auch.«
Engelke schwieg.
Eine Stunde später kam ein Brief, der, trotzdem er aus nächster Nähe stammte, doch durch die Post befördert worden war. Er war von Ermyntrud, behandelte die durch Koseleger und sie selbst geplante Gründung eines Rettungshauses für verwahrloste Kinder und äußerte sich am Schlusse dahin, daß, »wenn sich – hoffentlich binnen kurzem – ihre Wünsche für Dubslavs fortschreitende Gesundheit erfüllt haben würden«, Agnes, das Enkelkind der alten Buschen, als erste, wie sie vertraue, sittlich zu Heilende in das Asyl aufgenommen werden möchte.
Dubslav drehte den Brief hin und her, las noch einmal und sagte dann: »O, diese Komödie … ›wenn sich meine Wünsche für Ihre fortschreitende Gesundheit erfüllt haben werden‹ … das heißt doch einfach, ›wenn Sie sich demnächst den Rasen von unten ansehn‹. Alle Menschen sind Egoisten, Prinzessinnen auch, und sind sie fromm, so haben sie noch einen ganz besonderen Jargon. Es mag so bleiben, es war immer so. Wenn sie nur ein bißchen mehr Vertrauen zu dem gesunden Menschenverstand andrer hätten.«
Er steckte, während er so sprach, den Brief wieder in das Kuvert und rief Agnes.
Das Kind kam auch.
»Agnes, gefällt es dir hier?«
»Ja, gnädger Herr, es gefällt mir hier.«