»Ja, die bringe und bring auch die Lampe.«
Roswitha ging, und Effi, als sie allein war, sagte: »Womit man sich nicht alles hilft? Eine hübsche Dame mit einem Muff und eine mit einem Halbschleier; Modepuppen. Aber es ist das Beste, mich auf andre Gedanken zu bringen.«
Im Laufe des andern Vormittags kam ein Telegramm von Innstetten, worin er mitteilte, daß er erst mit dem zweiten Zug kommen, also nicht vor Abend in Kessin eintreffen werde.
Der Tag verging in ewiger Unruhe; glücklicherweise kam Gieshübler im
Laufe des Nachmittags und half über eine Stunde weg. Endlich um sieben
Uhr fuhr der Wagen vor, Effi trat hinaus, und man begrüßte sich.
Innstetten war in einer ihm sonst fremden Erregung, und so kam es, daß
er die Verlegenheit nicht sah, die sich in Effis Herzlichkeit mischte.
Drinnen im Flur brannten die Lampen und Lichter, und das Teezeug, das
Friedrich schon auf einen der zwischen den Schränken stehenden Tische
gestellt hatte, reflektierte den Lichterglanz.
»Das sieht ja ganz so aus wie damals, als wir hier ankamen. Weißt du noch, Effi?«
Sie nickte.
»Nur der Haifisch mit seinem Fichtenzweig verhält sich heute ruhiger, und auch Rollo spielt den Zurückhaltenden und legt mir nicht mehr die Pfoten auf die Schulter. Was ist das mit dir, Rollo?«
Rollo strich an seinem Herrn vorbei und wedelte.
»Der ist nicht recht zufrieden, entweder mit mir nicht oder mit andern. Nun, ich will annehmen, mit mir. Jedenfalls laß uns eintreten.« Und er trat in sein Zimmer und bat Effi, während er sich aufs Sofa niederließ, neben ihm Platz zu nehmen. »Es war so hübsch in Berlin, über Erwarten; aber in all meiner Freude habe ich mich immer zurückgesehnt. Und wie gut du aussiehst! Ein bißchen blaß und ein bißchen verändert, aber es kleidet dich.«
Effi wurde rot.