... war es Sünde,
So es noch einmal vor mir stünde,
Ich thät es wieder, thät es doch.
»Comme officier supérieur.«
1. Von Besançon bis Lyon.
An der duftverlornen Gränze
Jener Berge tanzen hold
Abendwolken ihre Tänze.
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Trübe wirds, die Wolken jagen
Und der Regen niederbricht.
Lenau.
Die letzten dreimal 24 Stunden meiner Gefangenschaft in Besançon hatten, wie zu Eingang des vorigen Kapitels bereits bemerkt, ein heitereres Kleid getragen als die vorausgehenden Wochen, freundlichere Tage bereiteten sich für mich vor, wenngleich ich, in demselben Moment, in dem sie begonnen, die bis dahin immer noch gehegte Hoffnung auf das Bourgautsche »renvoyé dans votre pays« zu Grabe tragen mußte. Meine Freisprechung erfolgte, aber nicht meine Freilassung. Ich habe bei diesen Vorgängen noch einen Augenblick zu verweilen.
Am 15. Tage meiner Gefangenschaft erschien der Citadell-Kommandant, mein besonderer Freund und Fürsprecher, in der großen Kasematten-Halle, um mir mitzutheilen, daß sich das Kriegsgericht inzwischen von der Wahrheit meiner Aussagen, will also sagen von meiner vollständigen Unschuld, überzeugt habe. Der General indessen sei nichts destoweniger der Ansicht, daß ich als Kriegsgefangener im Lande verbleiben müsse. Wie aus meinem Notizbuche, meinen Papieren und meinen eigenen Angaben hervorgehe, sei ich nicht nur mit vielen preußischen Offizieren bekannt, sondern habe auch »militairische Augen«, denen die Zustände und Vorgänge im Lande, die Befestigungen und Truppenbewegungen nicht entgangen sein würden. Darauf hin sei es unmöglich, mich in meine Heimath zu entlassen; ich würde vielmehr, mit einer Anzahl badischer Gefangener, nach der Insel Oléron im atlantischen Ocean transportirt werden.