»Nun Tante Marguerite,« fragte Victoire, »wie hat es Dir gefallen?«
»Gut, liebe Victoire. Denn es berührt doch den Hauptpunkt in unsrer gereinigten Kürche.«
»Welchen meinst Du, liebe Tante?«
»Nun den von der chrüstlichen Ehe.«
Victoire zwang sich ernsthaft zu bleiben und sagte dann: »Ich dachte, dieser Hauptpunkt in unsrer Kirche läge doch noch in etwas andrem, also z. B. in der Lehre vom Abendmahl.«
»O nein, meine liebe Victoire, das weiß ich ganz genau. Mit oder ohne Wein, das macht keinen so großen Unterschied; aber ob unsre prédicateurs in einer sittlich getrauten Ehe leben oder nicht, das, mein Engelchen, ist von einer würklichen importance.«
»Und ich finde, Tante Marguerite hat ganz Recht,« sagte Frau von Carayon.
»Und das ist es auch,« fuhr die gegen alles Erwarten Belobigte fort, »was das Stück will, und was man um so deutlicher sieht, als die Bethmann würklich eine sehr hübsche Frau ist. Oder doch zum wenigstens viel hübscher, als sie würklich war. Ich meine die Nonne. Was aber nichts schadet, denn er war ja auch kein hübscher Mann, und lange nicht so hübsch als er. Ja werde nur roth, meine liebe Victoire, so viel weiß ich auch.«
Frau von Carayon lachte herzlich.
»Und das muß wahr sein, unser Herr Rittmeister von Schach ist würklich ein sehr angenehmer Mann, und ich denke noch ümmer an Tempelhof und den aufrechtstehenden Ritter .... Und wißt Ihr denn, in Wülmersdorf soll auch einer sein, und auch ebenso weggeschubbert. Und von wem ich es habe? Nun? Von la petite Princesse Charlotte.«