»Ja, Mutter Jeschke,« wiederholte Geelhaar, »he kümmt nu wedder rut. Das heißt, er kommt wieder ’raus, wenn er nich drin bleibt.«

»Woll, woll. Wenn he nicht drin bliewt. Awers worümm sall he drin bliewen? Keen een hett joa wat siehn, un keen een hett joa wat utfunn’n. Un Se ook nich, Geelhaar.«

»Nein,« sagte der Gensdarm. »Ich auch nich. Aber es wird sich schon was finden oder doch finden lassen, und dazu müssen Sie helfen, Mutter Jeschke. Ja, ja. So viel weiß ich, die Hradscheck hat schon lange keinen Schlaf mehr und ist immer treppauf und treppab. Und wenn die Leute sagen, es sei blos, weil sie sich um den Mann gräme, so sag ich: Unsinn, er is nich so und sie is nich so.«

»Nei, nei,« wiederholte die Jeschke. »He is nich so un se is nich so. De Hradschecks, nei, de sinn nich so.«

»Keinen ordentlichen Schlaf also,« fuhr Geelhaar fort, »nich bei Tag und auch nich bei Nacht, und wankt immer so ’rum, und is mal im Hof und mal im Garten. Das hab’ ich von der Male ... Hören Sie, Mutter Jeschke, wenn ich so mal Nachtens hier auf Posten stehen könnte! Das wäre so was. Line bleibt mit auf, und wir setzen uns dann ans Fenster und wachen und kucken. Nich wahr, Line?«

Line, die schon vorher das Weißzeug bei Seite gelegt und ihren blonden Zopf halb aufgeflochten hatte, schlug jetzt mit dem losen Büschel über ihre linke Hand und sagte: »Will es mir noch überlegen, Herr Geelhaar. Ein armes Mädchen hat nichts als seinen Ruf.«

Und dabei lachte sie.

»Kümmen’s man, Geelhaar,« tröstete die Jeschke, trotzdem Trost eigentlich nicht nöthig war. »Kümmen’s man. Ick geih to Bett. Wat doa to siehn is, ick meen hier buten, dat hebb’ ick siehn, dat weet ick all. Un is ümmer dat Sülwigte.«

»Dat Sülwigte?«

»Joa. Nu nich mihr. Awers as noch keen Snee wihr. Doa ...«