Der herbe Zug, den sie bei Beginn des Gesprächs gezeigt, wich denn auch mehr und mehr, und endlich fragte sie: »Wo drückt es wieder? Eben hast Du den Raps weggeschickt, und wenn Leist das Öl hat, hast Du das Geld. Er ist prompt auf die Minute.«
»Ja, das ist er. Aber ich habe nichts davon, alles ist blos Abschlag und Zins. Ich stecke tief drin und leider am tiefsten bei Leist selbst. Und dann kommt die Krakauer Geschichte, der Reisende von Olszewski-Goldschmidt und Sohn. Er kann jeden Tag da sein.«
Hradscheck zählte noch anderes auf, aber ohne daß es einen tieferen Eindruck auf seine Frau gemacht hätte. Vielmehr sagte sie langsam und mit gedehnter Stimme: »Ja, Würfelspiel und Vogelstellen ...«
»Ach, immer Spiel und wieder Spiel! Glaube mir, Ursel, es ist nicht so schlimm damit und jedenfalls mach’ ich mir nichts d’raus. Und am wenigsten aus dem Lotto; ’s ist alles Thorheit und weggeworfen Geld, ich weiß es, und doch hab’ ich wieder ein Loos genommen. Und warum? Weil ich heraus will, weil ich heraus muß, weil ich uns retten möchte.«
»So, so,« sagte sie, während sie mechanisch an dem Kranze weiter flocht und vor sich hin sah, als überlege sie, was wohl zu thun sei.
»Soll ich Dich auf den Kirchhof begleiten,« frug er, als ihn ihr Schweigen zu bedrücken anfing. »Ich thu’s gern, Ursel.«
Sie schüttelte den Kopf.
»Warum nicht?«
»Weil, wer den Todten einen Kranz bringen will, wenigstens an sie gedacht haben muß.«
Und damit erhob sie sich und verließ das Haus, um nach dem Kirchhof zu gehen.