Eines gewissen sprachlichen Interesses dieser Chronik haben wir schon erwähnt; auch noch ein Wort über die Schreibweise. Sie ist kurz, kernig, von großer Klarheit und Durchsichtigkeit. Wo der Verfasser sich ausführlicher gibt, ist alles in einem brillanten Stil geschrieben, oft fortreißend. Man erkennt leicht die geistig nicht gewöhnlich und nach der Charakterseite hin bedeutend angelegte Natur. Ein Mann überall.
Wir beginnen nun einzelnes aus der Chronik auszuziehen und zu einem Ganzen zusammenzustellen.
Bernhard Daniel Schmidt,
Pastor zu Fahrland 1751 bis 1774
Bernhard Daniel Schmidt war der Vater unsres „Schmidt von Werneuchen“. Tragen wir ihm schon um deswillen ein gewisses Interesse entgegen, so wächst dasselbe unter dem Eindruck jener Aufzeichnungen, die wir von Pastor Moritz, seines Nachfolgers Hand in der Chronik finden. Pastor Moritz war ihm nicht hold, konnte ihm nicht hold sein, da er unter der „legèren Praxis“ seines Amtsvorgängers zu leiden hatte, dennoch tritt einem in diesem letzteren eine unverkennbare liebenswürdige Persönlichkeit entgegen. Wir geben nun die einzelnen Sätze, wie sie sich zerstreut in der Chronik finden.
„Bernhard Daniel Schmidt, bis dahin Feldprediger beim Cadettenkorps, bekam die Pfarre durch Cabinetsordre und trat sie 1751 an, am 6. Februar.“
„Er vermählte sich am 13. Juli ebengenannten Jahres (1751) mit Sophie Samson, ältesten Tochter des Stallmeisters Samson zu Potsdam. Sie starb am 7. Juli 1752.“
„Anfang der sechziger Jahre verheiratete sich Prediger Schmidt zum zweitenmal. Er hatte Vermögen mit der Frau und liebte Windmacherei.“
„Prediger Schmidt hat die Pfarre um mehrere ihrer Einnahmen gebracht. Er nahm alles leicht. Die Tonne Most erhalte ich noch immer nicht, trotzdem sie in der Matrikel steht. Er hat’s einschlafen lassen, wie manches andre. Wenn ihm diese Einnahme nichts war, durfte er annehmen, daß sie seinem Nachfolger auch nichts sein würde? Was fürchtete er? Er stand ja bei allen Herren der Kammer und der Forst in ausnehmendem Credit! Jene gaben ihm eine Woorte, diese gaben ihm die Planken dazu, und das alles, weil er ein so einnehmender Herr war, der ihre ganze Gesellschaft immer zu lachen machte. — Nun ist es zu spät. Bei meinem Anzuge wußte ich von diesen Dingen nichts. Die „vornehme Frau“ verschmähte es, mit mir darüber zu reden.“
„Gleich bei seinem Amtsantritt sagte Pastor Schmidt: Von Ostern bis Johanni wird täglich, aber nur vormittags Schule gehalten; von Johanni bis Michaeli nur zweimal in der Woche.“
„Herr Schmidt stand gut zu seinem Küster. Als ihm dieser Anzeige machte, daß er am andern Tage verreisen wolle, antwortete jener: warum sagt Er mir das? hab ich Ihm denn schon gesagt, wohin ich morgen verreisen will?“