‚Rösels Pinsel, Rösels Kiel

Sollen wir mit Lorbeer kränzen;

Denn er tat von je so viel

Zeit und Raum uns zu ergänzen.‘

Näheres über die Beziehungen Rösels zu Goethe findet man an verschiedenen Stellen des Goethe-Zelterschen Briefwechsels, sowie in den Anmerkungen, welche Herr Geheime Rat von Löper und Dr. Strehlke ihrer vortrefflichen Ausgabe Goethes an den betreffenden Stellen (T. III, S. 169, 170 bis 171) beigegeben haben.“

Und nun war das Eis gebrochen, und Rösel-Briefe kamen von allen Seiten.

„Es wäre leicht gewesen“, schrieb mir ein Unbekannter, „sich über Rösel zu informieren und der Hinterwäldler hat es mit seinem Vorwurf doch eigentlich getroffen. Rösel war geistreich, witzig, spöttisch, von gediegenem Wissen und vor allem ein kreuzbraver Mann.

Friedrich Wilhelm IV., welcher ihn lange gekannt und geliebt hatte, nahm den alten, alleinstehenden und schließlich etwas geistesschwach gewordenen Mann nach Charlottenhof hinüber, und ließ ihn daselbst mehrere Jahre lang in der Familie des Hofgärtners oder des Kastellans verpflegen. Dies gereicht dem Könige umsomehr zur Ehre, weil Rösel, ein echter Sohn der Aufklärungszeit, seine Ansichten, ja, seine Spöttereien, niemals verhohlen hatte.“

Diese Zeilen werden durch eine Stelle bei Varnhagen, Tagebücher II. S. 75 bestätigt. Es heißt daselbst: Sonnabend den 4. Juni 1842. „Der Maler Rösel ist sehr krank. Der König hat ihn nach Charlottenburg eingeladen, die Königin selbst wollte ihn pflegen, — zu spät kommt dem armen Manne so viel Huld!“ So weit Varnhagen. Irrtümlich an dieser Notiz ist wohl nur das leis anklagende „zu spät“. Es scheint Rösel zu keiner Zeit an „Huld“ und herzlichsten Freundschaftsbeweisen gefehlt zu haben. Einem Sterbenden war nur eben schwer zu helfen.