Und könnt ihr mir morgen ’ne Suppe geben,

So möcht ich morgen wohl noch leben.

Mittwoch, den 2. November 1831.

Als ich vor zweiundvierzig Jahren nach Berlin kam, gab es eine Gesellschaft, welche sich „la Société du Mercredi“ nannte und immer Donnerstags zusammenkam. Warum sollte es der gütigen Madame Jordan nicht erlaubt sein, ihren Donnerstag auf den Freitag zu verlegen?

Sonntag, den 6. November 1831 am Tage Sankt Leonhard oder Löwenherz.

Am heutigen Tage muß ich mir ein Löwenherz fassen und Dir schreiben, daß ich beim besten Willen nicht kommen kann, da heute zwei ehrenveste Geburtstagskinder: der alte Hofzimmermeister Glatz und Fräulein Luise Hotho befeiert werden müssen. Morgen bin ich bei Feilners.[31]

Freitag, den 18. November 1831.

Hier meine teure Fanny, sende ich Ihnen den verheißenen Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller, oder, wenn es die gute Tante so will, zwischen Schiller und Goethe. Streng genommen gebührt aber diesem letzteren der Vorrang, dieweil durch seine früheren unsterblichen und höchst genialischen Werke der viel jüngere Schiller zum Schreiben und Dichten erst angeregt wurde, Goethe aber die weite Bahn sich selbst eröffnete. Vielleicht söhnt sich Tantchen durch diese Briefe mit dem verhaßten Goethe aus. Ich würde mich über solche Bekehrung herzlich freuen, denn jedes überwundene Vorurteil gewährt einen Triumph.

23. Juni 1832.

Ich kann leider nicht kommen. Am Sankt Johannistage gehöre ich dem Orden an, und muß diesen Tag feiern helfen, wie eben jeder gute Christ tun sollte. Denn Johannes der Täufer wurde von Oben gewürdigt und berufen, dem Messias den Weg zu bahnen, auf daß der von Gott Gesandte die Menschen zur ewigen Glückseligkeit, d. h. zum Leben in Gott zurückführe.