[38] Wie wenig der alte Nicolai mit all seinen Meriten imstande war, einer Erscheinung wie der des Rosenkreuzer-Ordens gerecht zu werden, geht aus seinen eigenen Aufzeichnungen am besten hervor. Er sah in allem, was damals in Dichtung und Philosophie den Vorhang von einer neuen Welt hinwegzuziehen gedachte, nur Eitelkeit, Anmaßung, Phantasterei und Geisterschwindel, und stand gegen die ganze junge Literatur, wenigstens soweit sie romantisch war, ebenso feindselig, wie gegen Wöllner und die Rosenkreuzerei. „Die Herren Fichte, Schelling, Hegel, Schlegel, Tieck“ so schreibt er „und wie die sich wichtig dünkenden Männer und Männchen weiter heißen, preisen sich zwar fleißig einer den andern und sprechen von allen Philosophen und Dichtern, welche nicht zu ihrer geheiligten Kirche gehören, so wie auch von der gesunden Vernunft und Aufklärung aufs verächtlichste. Aber auch das Verachten will nicht gelingen ... Sie versichern daher die Entdeckung gemacht zu haben, daß Fichte und Schelling, ob sie gleich, leider! schon anfangen von einander zu differieren (wie uns Hr. Hegel, ein neulichst berühmt werden-wollender Philosoph, in einer besondern Schrift des breiteren auseinandersetzt), dennoch die einzigen Philosophen sind, denen, auch wenn sie nicht übereinstimmen, allein das wahre Wissen vom Subjekt-Objekte gebührt. Ferner noch haben diese Herren durch ihre intellektuelle Anschauung deutlich erkannt, daß Wieland und Klopstock keine Dichter sind, hingegen Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck Dichter vom größten Genie!“ — So eifert Nicolai über viele Seiten hin. An einer andern Stelle zieht er direkt Parallelen zwischen den Rosenkreuzern einerseits und Fichte-Schelling andererseits und findet, daß die Philosopheme beider sich als „gleich ungereimt“ erweisen. All das ging ihm eben über Kraft und Verständnis.

Ütz

Wie reizend sind, du schönes Dörfchen Ütz,

Heut’ deiner Gärten Apfelblütenreiser,

Dein gotisch Kirchlein, deiner Fischer Kietz,

Dein Pfarrgehöfte, deine Bauernhäuser ...

Die Pferde sind zur Rückfahrt angespannt,

Vom Felde treibt der Kuhhirt durch die Gassen, —

Du schönster Ort im ganzen Havelland,