Spaziergänge. Vor Allem sind hier Kurgarten und Schlosspark zu nennen, besonders der letztere mit seinen uralten Bäumen und seinen idyllischen Weihern ladet zu längerem Verweilen ein. Unfern des Theaters liegt der Seumepark, ein umgewandelter alter Kirchhof mit dem wohlgepflegten Grabe des »Spaziergängers nach Syrakus.« Auch die Kirchhofkapelle ist erhalten. Ein reizender Spaziergang ist der nach der Königshöhe mit einem Denkmal des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preussen, der 22 Jahre lang die Teplitzer Thermen brauchte. Die Stadt liegt hier in ihrer ganzen Ausdehnung dem Beschauer zu Füssen. In der Nähe der Königshöhe liegt auch die Schlackenburg mit Camera obscura (10 Kr. Eintritt), ein origineller Bau aus Schlacken, Ziegelstücken und Scherben. Im Belvedere Mineraliensammlung. Café Bella vista. Die ganze Königshöhe hat herrliche Anlagen und gewährt schöne Thalbilder, wie auch Fernsichten auf Erz- und Mittelgebirge. Der Mont de Ligne, ein Porphirfelsen liegt über der Stadt gegen Schönau hin. Das Restaurant nennt der Volksmund seiner Form wegen die Pfefferbüchse. Nach dem Turner-Park, 1 km. Siehe [Seite 21].
Ausflüge von Teplitz.
Nach dem Schlossberg. Reitesel 75 Kr. Entfernung 3 km. 393 m hoher Klingsteinberg mit schönen Ruinen und unvergleichlich schöner Aussicht. Die alte Veste Dobrowska hora gehörte einst dem Grafen Kinsky, der zu Eger mit Wallenstein ermordet wurde. Die Kaiserlichen stritten mit den Schweden hart um die Burg. 1655 wurde sie auf Befehl aus Wien geschleift, weil die verwilderte Soldateska von hier aus die Gegend brandschatzte. Ferdinand II. verschenkte nach Kinskys Tod Schloss mit Herrschaft an den Feldmarschall Aldringer. Durch Heirath fiel sie an die Fürstenfamilie Clary-Aldringer. In die Schlosstrümmer ist ein empfehlenswerthes Restaurant eingebaut. Die Aussicht von den Ringmauern mit den zum Theil erhaltenen Thürmen ist, wie schon erwähnt, unvergleichlich schön. Das weite, reichbebaute Teplitzer Thal, der colossale Steinwall des Erzgebirges, das reichgeformte malerische Mittelgebirge und an den Gehängen und in der Ebene Teiche, Wälder, stolze Schlösser und Klöster, tiefgrüne Thaleinschnitte geben ein herrliches Landschaftsbild, das sich im Westen bis Rothenhaus und im Osten bis zum Elbgebirge erstreckt, in welches Aussig malerisch eingebettet erscheint. Der Wirth zeigt auf Verlangen die noch erhaltenen Kerker und Kasematten. Einzelne Fensterhöhlen geben originelle Umrahmungen für schöngruppirte Landschaften.
Nach dem Wachholderberg. 3 km. Man geht die Strasse nach Bilin, bis rechts ein Stein nach dem 380 m hohen Gipfel zeigt. Die obere Bergschenke gewährt ähnliche Landschaftsbilder wie der Schlossberg nur nicht so umfassend, der Gipfel des Berges beherrscht dagegen das Bielathal vollständig, auch nimmt sich das Mittelgebirge, weil näher, noch imposanter aus.
Nach dem Millischauer. Bis Pilkau, am Fuss des Berges gelegen, 12 km. Von hier bei starker Steigung auf den Gipfel 1 Stunde. In Pilkau Reitpferde 2 fl. Tragsessel 2 fl. 50 kr. Fahrt von Teplitz bis Pilkau mit Einspänner 5, mit Zweispänner 7 fl. (Auch billige Stellwagen.) Der isolirte Klingsteinkegel, Millischauer oder Donnersberg genannt, erhebt sich 836 m über Meer, bildet die höchste Erhebung des vulkanischen Mittelgebirges und ist eine touristische Notabilität ersten Ranges. Die Rundsicht, uneingeschränkt nach allen Richtungen, zählte Humboldt, der doch so manches Gebirge durchfahren, zu den grossartigsten des Erdballs; sie umfasst so ziemlich den ganzen böhmischen Kessel mit den Einfassungsgebirgen. Rings um den Berg lagern sich die vulkanischen Kegel des Mittelgebirges und belebt wird die Landschaft durch Hunderte von Städten, Dörfern, Schlössern, Ruinen, Klöstern, aufblitzenden Seen und Flüssen. Beim Wirth sind Panoramen käuflich, die über 99 Punkte Aufschluss geben. Nachtlager auf Moosbetten 80 bis 1,50 kr. Unterkunft für circa 60 Personen. (Auch Federbetten.)
Für den Rückweg nach Teplitz empfiehlt sich der Abwechselung wegen die Tour über Kostenblatt. Im Dorf das vom Grafen Czerin 1864 in ital. Styl erbaute Schloss. 2 km vom Dorfe liegt die malerische Ruine Kostenblatt. 508 m hoch, mit Sommerrestaurant. Der Wartthurm gewährt herrliche Aussicht auf das Bielathal und Teplitz. Der Wirth verwahrt hier gefundene Alterthümer.
Von Kostenblatt über Krzmusch nach Teplitz 10 km. In Krzmusch Schloss des Grafen Ledebour mit prächtigem Park über dem engen Bielathal. Den schönsten Blick gewährt ein Kiosk auf der sogenannten Teufelsmauer.
Von Teplitz nach Dux. 8 km. Eisenbahnfahrt zu empfehlen. Die Strasse führt am Dorfe Janegg vorüber, wo das Becken der jetzt versiegten Riesenquelle mit der Riesenmühle liegt. In der Nähe sanken während der Teplitz-Ossegger Katastrophe Erdtrichter ein.
Stadt Dux. Union. Weisses Ross. Goldene Krone. 6000 Einw. Dux ist Mittelpunkt des teplitzer Braunkohlenbeckens und liefert die beste Braunkohle in Böhmen. Zuckerfabrik. Glashütte. Merkwürdig sind die überaus zahlreichen heiligen Bildwerke unter Glas in kleinen Nischen über den Hausthüren. Das Duxer Schloss gehört einem Grafen Waldstein, der einer Nebenlinie des Friedländer Geschlechts entsprossen. Man meldet sich beim Schlossverwalter. Auf dem Schlosshof ein Bassin von schwed. Kanonenmetall, das der Friedländer eroberte. Die Bibliothek zählt 24 000 Bände. Der Abenteurer Casanova verlebte hier seine letzten Lebensjahre als Bibliothekar, und diese Räume sahen seine berüchtigten Memoiren entstehen; auch gab er sich mit dem damaligen Besitzer, einem Grafen von Dux alchymistischen Experimenten hin († 1798). Die Bibliothek verwahrt auch Wallensteins Himmelsglobus. Im Familiensaal Ahnenbilder unter denen ein Portrait Wallensteins von der Hand van Dyk's. Die Rüstkammer besitzt Reliquien des grossen Feldherrn. Im physikalischen Kabinet hat auch eine Venus von Tizian und eine Marmorstatue von Fischer Aufstellung gefunden. Im Naturalienkabinet ist ein Stück Braunkohle mit eiserner Kugel, 6 m tief unter der Erdoberfläche gefunden, bemerkenswerth. Die Holzsammlung ist in Bücherform aufgespeichert. Die Rinde bildet den Rücken, das Innere enthält Blätter, Blüthen und Früchte.