Von Freiberg bis Bienenmühle s. Tour 11. Von hier gleichfalls den Fussweg über Neuclaussnitz und die Säueck oder die Strasse (Klötzerweg) nach Cämmerswalde und an der Flöha hinab nach Purschenstein.

Purschenstein. Auf einem Felsen an der Flöha gelegenes Schloss, der Familie von Schönberg gehörig, war ehemals ein böhmisches Krongut. Ahnensaal mit Bildnissen Schönberg'scher Familienmitgliedern. Kostbare Uhr, mehrfach prämiirt. Im Winterhaus tropische Nadelhölzer. Im Park ein goth. Thorhaus und eine hölzerne Einsiedelei, unter welcher sich die Familiengruft eingemauert befindet. Purschenstein mit seinen finsteren Thürmen ist eines der imposantesten Schlösser des Erzgebirges. Das nahe Neuhausen mit schöner, neuerbauter gothischer Kirche gehört zu den sieben Spielwaarendörfern des Seiffener Bezirks (siehe unter Seiffen). Erbgericht, gutes Landgasthaus.

In Windungen führt die Strasse aufwärts nach Bad Einsiedel. (Das Bad steht etwas links der Strasse, die auf der Höhe schöne Ausblicke auf den Olbernhauer Grund und die benachbarten Wälder gewährt.) Bei einem Strassenknie geht ein angenehmer Fussweg durch den Wald an das Bad.

Bad Einsiedel. Zur Herrschaft Purschenstein gehörig, vom Forstwirth Ueberschaar bewirthet. 751 m hoch gelegen. Schwefelhaltiger Eisenquell. Gegen 200 Badegäste. Beliebte Sommerfrische. Viel Passanten. Ausflüge nach dem Schwartenberg (s. unter Seiffen) und dem 833 m hohen Ahornberg (nach Böhmen beschränkt). Herrlich ist die Aussicht bei Göhren (4 km von Bad Einsiedel entfernt) auf Böhmen hinab. Touristen gehen dann von Göhren direct den Rauschengrund hinab nach Oberleitersdorf.

In Dorf Einsiedel auf böhm. Seite das grosse Dietel'sche Gasthaus. Die Strasse windet sich auf den Kamm hinauf und fällt dann rasch ab nach Dorf Kreuzweg. Gasth. zur Waldburg. Herrliche Fernsicht auf das eisenbahndurchzogene Eger- und Bielathal und auf das böhm. Mittelgebirge. Die schönste Aussicht bietet die Waldblösse unfern der Waldburg. Ein directer Weg führt durch den Hammergrund nach Hammer. Johnsdorf ist Bahnstat. der Kommotau-Dux-Bodenbacher Bahn. In Hammer herrlich gelegenes Rest. zur »Deutschen Bruderhalle« mit ebenso schattigem als aussichtsreichem Garten. Hammer eignet sich zur Sommerfrische.

Oberleitersdorf. Drei Linden. 5300 Einw. Industrielles Städtchen, das Centrum der böhm. Spielwaarenindustrie. Vom Schiesshaus schöne Ausblicke auf Thalbecken und Mittelgebirge.

Von hier mit Dampf oder die aussichtsreiche Strasse über Ladung nach Ossegg und Teplitz. S. [S. 40] und [21].

13. Freiberg-Sayda (mit Bahn bis Nassau 21, von hier über Claussnitz 10½ km, oder die Strasse über Brand und Grosshartsmannsdorf 28 km). Purschenstein (5 km). Bad Einsiedel und weiter nach Oberleitensdorf, Ossegg, Teplitz. S. Routennetz.

Nach der ersten Variante geht man von Stat. Nassau nach Claussnitz und über Friedebach nach Sayda. Wer auf Sayda verzichtet, geht von Claussnitz direct über den 730 m hohen Meiseberg nach Purschenstein (12 km). Im anderen Falle wandert man von Freiberg durch das dichteste Schachtrevier nach Brand (6 km). Am Wege viel bergmännisches Leben und links und rechts ertönen Bergglöckchen.

Brand. Zum Kronprinz. Goldner Stern. Rest. Rathskeller. Bergstädtchen, 2818 Einw., die einzige Stadt Sachsens ohne Kirche (ist nach Erbisdorf eingepfarrt). Von hier nach Grosshartmannsdorf (8 km). Langes Dorf, an dessen Ende ein 60 hectaren grosser Bergteich liegt. 1880 entnahm man demselben 380 Ctr. Fische. Weiter führt uns der Weg an dem 711 m hohen Saydenberg vorüber, ein Berg mit breitem, flachem Gipfel. Die Ersteigung ist mühelos und verschafft einen umfassenden Blick hinauf in das Centralerzgebirge und auf die Olbernhauer Gegend. Bald berühren wir Dörnthal. 3½ km von der Strasse abseits liegt der seeartige Dörnthaler Bergteich, von welchem aus der 28 km lange Dörnthaler Kunstgraben beginnt, der dem Freiberger Bergbau dient. Unfern des Teiches liegt die Mündung des ehemals berühmten Friedrich-Bennostollens, der für Kähne schiffbar und so hoch ist, dass ein Reiter passiren könnte. Früher wurde der noch heute imposante Bau öfter illuminirt, wenn fürstl. Personen anwesend waren.