Behufs Bearbeitung des Bodens, wie überhaupt zum Zwecke jeglicher Produktion, werden sich Associationen bilden, deren jede sich nach eigenem Gutdünken selber verwalten und den Ertrag ihrer Produktion unter ihre eigenen Mitglieder je nach deren Leistung verteilen wird. Jedermann hat das Recht, sich einer beliebigen Association anzuschließen und dieselbe nach freier Willkür zu verlassen.
Die Arbeitskapitalien werden den Produzenten zinslos von Gesellschaftswegen zur Verfügung gestellt, müssen jedoch von denselben zurückerstattet werden.
Arbeitsunfähige und Frauen haben das Recht auf auskömmlichen Unterhalt von Gesellschaftswegen.
Die zu obigen Zwecken, sowie zu sonstigen gemeinnützigen Ausgaben erforderlichen Geldmittel werden durch eine auf das Reineinkommen jeglicher Produktion gelegte Abgabe beschafft.
Die Internationale freie Gesellschaft verfügt derzeit schon über eine Mitgliederzahl und über Kapitalien, die zur Durchführung ihres Planes — wenn auch nur in bescheidenem Maßstabe — ausreichen. Da sie jedoch einerseits der Ansicht ist, daß der Erfolg ihres Versuches desto sicherer und durchgreifender ausfallen muß, mit je größeren Mitteln derselbe ins Werk gesetzt wird, andererseits etwaigen Gesinnungsgenossen Gelegenheit geboten werden soll, sich an dem Unternehmen zu beteiligen, so tritt sie hiermit vor die Öffentlichkeit und giebt bekannt, daß Anfragen oder Mitteilungen, welcher Art immer, an das Bureau der Gesellschaft: Haag, Boschstraße 57 zu richten sind. Auch wird die Internationale freie Gesellschaft am 20. Oktober l. J. im Haag eine öffentliche Versammlung abhalten, in welcher die letzten Beschlüsse vor praktischer Inangriffnahme des Werkes gefaßt werden sollen.
Für den geschäftsführenden Ausschuß der
Internationalen freien Gesellschaft.
Karl Strahl.
Haag, im Juli 18..“
Diese Ankündigung rief in der gesamten Presse eine nicht geringe Aufregung hervor. Der Name des für den geschäftsführenden Ausschuß Unterschriebenen beseitigte von vornherein den sonst so naheliegenden Gedanken an irgend eine Mystifikation oder Unlauterkeit, denn Dr. Karl Strahl war nicht bloß als Mann von geachteter socialer Stellung, sondern auch als einer der ersten volkswirtschaftlichen Schriftsteller Deutschlands rühmlichst bekannt. Man mußte also das seltsame Projekt ernst nehmen und die Zeitungen verschiedenster Parteirichtung bemächtigten sich alsbald desselben mit größtem Eifer. Lange vor dem 20. Oktober gab es diesseits wie jenseits des atlantischen Ozeans kein Journal, das nicht zu der Frage Stellung genommen hätte, ob die Verwirklichung der von der Freien Gesellschaft angekündigten Pläne in den Bereich des Möglichen oder des Utopischen gehöre; diese Gesellschaft selbst aber mengte sich nicht in den Kampf der Zeitungen. Es war offenbar zunächst nicht ihre Absicht, die Gegner durch theoretische Beweise zu gewinnen; sie wollte allfällige Gesinnungsgenossen an sich ziehen und dann handeln.
Als der 20. Oktober herannahte, zeigte es sich, daß selbst der größte im Haag vorhandene öffentliche Saal nicht genügen würde, die Menge der erschienenen Mitglieder, Gäste und Neugierigen zu fassen; es erwies sich daher als notwendig, zum mindesten die letztere Kategorie des Auditoriums durch irgend ein Mittel einzuschränken, welches Mittel denn auch darin gefunden wurde, daß die von fernher zugereisten Gäste zwar unentgeltlich, die Ortsansässigen dagegen bloß gegen Erlegung von 20 holländischen Gulden Eintrittskarten erhielten. (Der Erlös dieser Karten wurde dem Haager Krankenhause zugewiesen.) Nichtsdestoweniger war der 2000 Personen fassende Versammlungssaal am Morgen des 20. Oktober bis in den letzten Winkel gefüllt.