Was ist denn damit getan, wenn man ein paar tausend Juden in eine andere Gegend bringt? Entweder sie gedeihen, und dann entsteht mit ihrem Vermögen der Antisemitismus — oder sie gehen gleich zugrunde.
Das wäre gerade so, wie wenn man dem Juden sagte: „Da hast du eine Armbrust, zieh' in den Krieg!“ — Was? Mit einer Armbrust, wenn die anderen Kleinkaliber-Gewehre und Kruppsche Kanonen haben?
Die Armbrust ist eine schöne Waffe, und sie stimmt mich elegisch, wenn ich Zeit habe. Aber sie gehört ins Museum.
Kommt einer bei Nacht und Nebel heimlich heran, so darf er sich nicht wundern, wenn man ihm Halt! Wer da? entgegenruft. Und um so schlimmer [pg 22] für ihn, wenn er darauf keine gute, klare Antwort geben kann. Uebrigens ist das auch gar nicht die Situation, in der irgend eine Antwort unverdächtig klingt. Wir machen es darum anders. Wir erklären unsere Absichten am hellen Tage, den wir Gott sei Dank nicht zu scheuen haben.
(III. Kongreßrede.)
Um den Kranken nur von einer Seite auf die andere zu legen, brauchte nicht so viel Scharfsinn, Mühe und Geld aufgewendet werden. Versuchen wir lieber, ihn zu heilen.
(III. Kongreßrede.)
Wären die Professoren nicht so schrecklich zerstreute Menschen, die ihren Regenschirm immer irgendwo im Altertum stehen lassen, sie müßten uns eigentlich zuschauen, ob wir klug oder töricht schaffen. Selbst unsere Fehler könnten manche Lehre ergeben. Aber die Herren Professoren, die das Werdende nie verstehen, kommen erst später; nachher freilich wissen sie alles besser als wir, und sie erklären uns das Gewordene.
(Unterwegs.)