Um die Juden aufs Land zu ziehen, mußten sie ihnen ein Märchen der Goldgewinnung erzählen. Phantastisch konnte es so lauten: Wer ackert, sät und erntet, findet in der Garbe Gold. Ist ja auch beinahe wahr. Nur wissen die Juden, daß es ein kleines Klümpchen sein wird. So konnten sie ihnen vernunftmäßiger sagen: wer am besten wirtschaftet, bekommt eine Prämie, die sehr hoch sein kann.
Vielleicht denkt jemand, es werde eine Schwierigkeit sein, daß wir keine gemeinsame Sprache mehr haben. Wir können doch nicht Hebräisch miteinander reden. Wer von uns weiß genug Hebräisch, um in dieser Sprache ein Bahnbillet zu verlangen?
Die dem allgemeinen Verkehre am meisten nützende Sprache wird sich zwanglos als Hauptsprache einsetzen.
Wie schnell oder wie langsam die von uns vorbereiteten Wirkungen eintreten werden, das können wir nicht bestimmen. Von uns hier hängt es nicht ab. Wir konnten nur die Anlage herstellen. Die Kraft können wir nicht liefern. Die Kraft muß vom jüdischen Volk geliefert werden — wenn es will.
(V. Kongreßrede.)
[pg 29] Wir sehen es folglich nicht als unsere Aufgabe an, die Leute hinüberzuschaffen. Unsere Aufgabe ist es: drüben für sie bessere Bedingungen herzustellen. Dann kommt, wer will. Dann kommt, wer Arbeit und Sicherheit für das Erworbene sucht, wer etwas mehr Freiheit, Recht und Ehre genießen will, als er jetzt hat.
(Die Millionen der Ica.)
Bei ihrer Ankunft werden aber die Einwanderer von den Spitzen unserer Behörden feierlich empfangen werden. Ohne törichten Jubel, denn das Gelobte Land muß erst erobert werden. Aber schon sollen diese armen Menschen sehen, daß sie zu Hause sind.