Sie wandte sich um und starrte mich wie versteinert an. "Du!" rief sie, "was willst du hier?"

"So nach doch nicht so böse Augen!" sagte ich und suchte ihre Hand zu fassen.

Sie entriß sie mir. "Wo ist Barthel?"

"Er ist zurückgeblieben; ich habe dich gefahren."

Sie richtete sich auf. "Laß mich hinaus!" rief sie, indem ihr die
Tränen aus den Augen sprangen.

Ich hörte nicht auf sie; ich wandte nur den Schlitten nach der
Stadt zurück. "Lore", sagte ich, "was habe ich dir getan?"

Aber sie stieß mich mit der kleinen geballten Faust vor die Brust. "Geh doch zu deinen feinen Damen! Ich will nichts mit euch zu tun haben; mit dir nicht, mit keinem von euch!"

Es war wie Wut, was mich überfiel. Ich faßte sie mit beiden Armen und drückte sie hart auf den Sitz nieder.

"Du bist ruhig, Lore", sagte ich, und die Stimme bebte mir, "oder ich wende noch einmal den Schlitten und ich fahre dich in die Nacht hinaus, unter der Brücke durch, so weit der Strom ins Land hinausreicht; mir gleich, ob es hält oder bricht!"

Sie hatte währenddessen, fast als beachte sie meine Worte nicht, seitwärts über den See geblickt; aber sie blieb sitzen und ließ sich ruhig von mir fahren. Nur fiel es mir auf, daß sie bald darauf wiederholt und wie verstohlen nach derselben Seite blickte. Als auch ich den Kopf dahin wandte, sah ich einen Schlittschuhläufer in nicht gar weiter Ferne auf uns zustreben. Er mußte bemerkt haben, was soeben vorgefallen; denn er strengte sich augenscheinlich an, uns zu erreichen.