Sie trat einen Schritt zurück. "Was denn?" fragte sie.

"Warte noch eine Weile!"

Sie wandte sich um und blieb ruhig vor mir stehen. Ich hörte, wie sie mit den Händen über ihr Haar strich, wie sie ihr Tüchelchen fester um den Hals knüpfte; aber ich suchte lange vergebens des Gedankens habhaft zu werden, der wie ein dunkler Nebel vor meinen Augen schwamm. "Lore", sagte ich endlich, "bist du noch bös mit mir?"

Sie blickte zu Boden und schüttelte den Kopf.

"Willst du morgen wieder hier sein?"

Sie zögerte einen Augenblick. "Ich darf des Abends sonst nicht ausgehen", sagte sie dann.

"Lore, du lügst; das ist es nicht, sag mir die Wahrheit!"

Ich hatte ihre Hand gefaßt; aber sie entzog sie mir wieder.

"So sprich doch, Lore!—Willst du nicht sprechen?"

Noch eine Weile stand sie schweigend vor mir; dann schlug sie die Augen auf und sah mich an. "Ich weiß es wohl", sagte sie leise, "du heiratest doch einmal nur eine von den feinen Damen."