"Nun, Philipp—du weißt doch, da ich mit der Lore gehe?"

"Seid ihr denn einig miteinander?"

"Es ist wohl so was", erwiderte er.—"Sie ist eine anstellige Person; und nach dem Tode der alten Tante bekommt sie auch noch eine Kleinigkeit."

Ich sah ihn lächelnd an. "Nun, Christoph, sie ist auch sonst so übel nicht; du hättest so überzeugend sonst auch schwerlich zugeschlagen!"

Er blickte einen Augenblick vor sich hin. "Ich weiß es kaum", sagte er, "wir standen in der Reihe, Lore und ich—es geschah nur ihr zu Gefallen, daß ich hingegangen war—, da kam der lange blasse Kerl, der schon immer auf sie gemustert und dabei mit einem andern getuschelt hatte, und wollte extra mit ihr tanzen."

"War er denn unverschämt gegen deine Dame?"

"Unverschämt?—Sein Gesicht ist unverschämt genug!"

"Und Lore?" sagte ich, meinen Freund scharf fixierend. "Sie hätte wohl gern mit dem schmucken Kavalier getanzt?"

Er zog die Stirnfalten zusammen, und ich sah, wie sich eine trübe
Wolke über seinen Augen lagerte.

"Ich weiß es nicht", sagte er leise.—"Es war nicht gut, daß ihr das Mädchen damals in eurer Lateinischen Tanzschule den Notknecht spielen ließet."