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BULEMANNS HAUS

beim THEODOR STORM

In einer norddeutschen Seestadt, in der sogenannten Düsternstraße, steht ein altes verfallenes Haus. Es ist nur schmal, aber drei Stockwerke hoch; in der Mitte desselben, vom Boden bis fast in die Spitze des Giebels, springt die Mauer in einem erkerartigen Ausbau vor, welcher für jedes Stockwerk nach vorne und an den Seiten mit Fenstern versehen ist, so daß in hellen Nächten der Mond hindurchscheinen kann.

Seit Menschengedenken ist niemand in dieses Haus hinein—und niemand herausgegangen; der schwere Messingklopfer an der Haustür ist fast schwarz von Grünspan, zwischen den Ritzen der Treppensteine wächst Jahr aus Jahr ein das Gras.—Wenn ein Fremder fragt: "Was ist denn das für ein Haus?" so erhält er gewiß zur Antwort: "Es ist Bulemanns Haus"; wenn er aber weiter fragt: "Wer wohnt denn darin?" so antworten sie ebenso gewiß: "Es wohnt so niemand darin."—Die Kinder auf den Straßen und die Ammen an der Wiege singen:

In Bulemanns Haus, In Bulemanns Haus, Da gucken die Mäuse Zum Fenster hinaus.