Ihre Augen gingen wider ihn, als ob sie das nicht ganz verstünde, dann barg sie ihr auffallend kleines Köpfchen in dem weiten Rocke ihres Vaters.
„Warum versteckst du dich, Wienke?“ raunte der ihr zu; „ist dir noch immer bange?“ Und ein zitterndes Stimmchen kam aus den Falten des Rockes: „Wienke will lieber nicht sehen; aber du kannst doch alles, Vater?“
Ein ferner Donner rollte gegen den Wind herauf „Hoho?“ rief Hauke, „da kommt es!“ und wandte sein Pferd zur Rückkehr. „Nun wollen wir heim zur Mutter!“
Das Kind tat einen tiefen Atemzug; aber erst als sie die Werfte und das Haus erreicht hatten, hob es das Köpfchen von seines Vaters Brust. Als dann Frau Elke ihr im Zimmer das Tüchelchen und die Kapuze abgenommen hatte, blieb sie wie ein kleiner stummer Kegel vor der Mutter stehen. „Nun, Wienke,“ sagte diese und schüttelte sie leise, „magst du das große Wasser leiden?“
Aber das Kind riß die Augen auf „Es spricht,“ sagte sie; „Wienke ist bange!“
—„Es spricht nicht; es rauscht und toset nur!“
Das Kind sah ins Weite. „Hat es Beine?“ frug es wieder; „kann es über den Deich kommen?“
—„Nein, Wienke; dafür paßt dein Vater auf, er ist der Deichgraf“
„Ja,“ sagte das Kind und klatschte mit blödem Lächeln in seine Händchen; „Vater kann alles—alles!“ Dann plötzlich, sich von der Mutter abwendend, rief sie: „Laß Wienke zu Trien’ Jans, die hat rote Äpfel!“
Und Elke öffnete die Tür und ließ das Kind hinaus. Als sie dieselbe wieder geschlossen hatte, schlug sie mit einem Ausdruck des tiefsten Grams die Augen zu ihrem Manne auf, aus denen ihm sonst nur Trost und Mut zu Hülfe gekommen war.