"Wertester Herr Kollege", erwiderte Kasperle, "Ihr sprecht mir aus der
Seele. So laßt uns denn ungesäumt unsere Wanderung fortsetzen."

Nach diesen Worten umarmten sie sich; Kasperle ging nach Westen, Hinzelmeier nach Osten und zu seinen Häupten, die Brille auf dem Schnabel, flog Krahirius.

Der Stein der Weisen

Aber er wanderte hin und her, kreuz und quer, sein Haar ergraute, seine Beine wurden wankend; am Stabe ging er von Land zu Land und immer fand er doch den Stein der Weisen nicht. So waren noch einmal neun Jahre vergangen, als er eines Abends, wie er es jeden Abend zu tun pflegte, in ein Wirtshaus trat. Krahirius putzte wie gewöhnlich seine Brille und hüpfte dann in die Küche um sich sein Abendbrot zu betteln. Hinzelmeier trat in die Stube und lehnte seinen Stab in die Kachelofenecke; dann setzte er sich still und müde in den großen Lehnstuhl. Der Wirt stellte einen Krug Wein vor ihn hin und sagte freundlich: "Ihr scheint müde, lieber Herr; trinket nur, das wird Euch stärken!"

"Ja", sagte Hinzelmeier und faßte den Krug mit beiden Händen, "sehr müde; ich bin lange gewandert, sehr lange." Dann schloß er die Augen und tat einen durstigen Zug aus dem Weinkruge.

"Wenn Ihr der Herr des Vogels seid, so glaube ich fast, es ist nach Euch gefragt worden", sagte der Wirt. "Wie heißt Ihr denn, lieber Herr?"

"Ich heiße Hinzelmeier."

"Nun", sagte der Wirt, "Euren Enkel, den Gemahl der schönen Frau Abel, den kenne ich recht wohl."

"Das ist mein Vater", sagte Hinzelmeier, "und die schöne Frau Abel ist meine Mutter."

Der Wirt zuckte mit den Achseln und indem er sich nach seiner Schenke wandte, sagte er bei sich selber: "Der arme alte Mann ist kindisch geworden."