»Auf deine schönen sündhaften Augen!« sagte er und trank.
Sie lachte und warf den Kopf herum.
»Gib!« sagte sie, und indem sie ihre schwarzen Augen in die seinen heftete, trank sie langsam den Rest. Dann griff sie einen Dreiklang und sang mit tiefer leidenschaftlicher Stimme:
Heute, nur heute
Bin ich so schön
Morgen, ach morgen
Muß alles vergeh’n!
Nur diese Stunde
Bist du noch mein;
Sterben, ach sterben
Soll ich allein!
Während der Geigenspieler in raschem Tempo das Nachspiel einsetzte, gesellte sich ein neuer Ankömmling zu der Gruppe.
»Ich wollte dich abholen, Reinhard,« sagte er. »Du warst schon fort; aber das Christkind war bei dir eingekehrt.«
»Das Christkind?« sagte Reinhard, »das kommt nicht mehr zu mir.«
»Ei was! Dein ganzes Zimmer roch nach Tannenbaum und braunen Kuchen.«
Reinhard setzte das Glas aus seiner Hand und griff nach seiner Mütze.
»Was willst du?« fragte das Mädchen.