»Was denn?«

»Daß Erich seit einem Monat den zweiten Hof seines Vaters am Immensee [Fußnote: Der See der Immen, d. h. der Bienen.] angetreten hat?«

»Aber Sie haben mir kein Wort davon gesagt.«

»Ei,« sagte die Mutter, »Sie haben sich auch noch mit keinem Worte nach Ihrem Freunde erkundigt. Er ist ein gar lieber, verständiger junger Mann.«

Die Mutter ging hinaus, um den Kaffee zu besorgen; Elisabeth hatte Reinhard den Rücken zugewandt und war noch mit dem Bau ihrer kleinen Laube beschäftigt.

»Bitte, nur ein kleines Weilchen,« sagte sie; »gleich bin ich fertig.«

Da Reinhard wider seine Gewohnheit nicht antwortete, so wandte sie sich um. In seinen Augen lag ein plötzlicher Ausdruck von Kummer, den sie nie darin gewahrt hatte.

»Was fehlt dir, Reinhard?« fragte sie, indem sie nahe zu ihm trat.

»Mir?« sagte er gedankenlos und ließ seine Augen träumerisch in den ihren ruhen.

»Du siehst so traurig aus.«