»Nun, Elisabeth?« sagte er; »gelt! den hättest du nicht erwartet, den in alle Ewigkeit nicht!«
Elisabeth sah ihn mit schwesterlichen Augen an.
»Du bist so gut, Erich!« sagte sie.
Er nahm ihre schmale Hand liebkosend in die seinen. »Und nun wir ihn haben,« sagte er, »nun lassen wir ihn so bald nicht wieder los. Er ist so lange draußen gewesen; wir wollen ihn wieder heimisch machen. Schau nur, wie fremd und vornehm aussehend er worden ist!«
Ein scheuer Blick Elisabeths streifte Reinhards Antlitz. »Es ist nur die Zeit, die wir nicht beisammen waren,« sagte er.
In diesem Augenblick kam die Mutter, mit einem Schlüsselkörbchen am Arm, zur Tür herein.
»Herr Werner!« sagte sie, als sie Reinhard erblickte; »ei, ein eben so lieber als unerwarteter Gast.«
Und nun ging die Unterhaltung in Fragen und Antworten ihren ebenen Tritt. Die Frauen setzten sich zu ihrer Arbeit, und während Reinhard die für ihn bereiteten Erfrischungen genoß, hatte Erich seinen soliden Meerschaumkopf angebrannt und saß dampfend und diskutierend an seiner Seite.
Am andern Tage mußte Reinhard mit ihm hinaus auf die Äcker, in die Weinberge, in den Hopfengarten, in die Spritfabrik. Es war alles wohl bestellt; die Leute, welche auf dem Felde und bei den Kesseln arbeiteten, hatten alle ein gesundes und zufriedenes Aussehen.
Zu Mittag kam die Familie im Gartensaal zusammen, und der Tag wurde dann, je nach der Muße der Wirte, mehr oder minder gemeinschaftlich verlebt. Nur die Stunden vor dem Abendessen, wie die ersten des Vormittags, blieb Reinhard arbeitend auf seinem Zimmer.