»Nein, es war nichts, es war nur der Widerhall.«
Elisabeth faßte Reinhards Hand. »Mir graut!« sagte sie.
»Nein,« sagte Reinhard, »das muß es nicht. Hier ist es prächtig. Setz dich dort in den Schatten zwischen die Kräuter. Laß uns eine Weile ausruhen; wir finden die andern schon.«
Elisabeth setzte sich unter eine überhängende Buche und lauschte aufmerksam nach allen Seiten; Reinhard saß einige Schritte davon auf einem Baumstumpf und sah schweigend nach ihr hinüber. Die Sonne stand gerade über ihnen; es war glühende Mittagshitze; kleine goldglänzende, stahlblaue Fliegen standen flügelschwingend in der Luft; rings um sie her ein feines Schwirren und Summen, und manchmal hörte man tief im Walde das Hämmern der Spechte und das Kreischen der andern Waldvögel.
»Horch,« sagte Elisabeth, »es läutet.«
»Wo?« fragte Reinhard.
»Hinter uns. Hörst du? Es ist Mittag.«
»Dann liegt hinter uns die Stadt, und wenn wir in dieser Richtung gerade durchgehen, so müssen wir die andern treffen.«
So traten sie ihren Rückweg an; das Erdbeerensuchen hatten sie aufgegeben, denn Elisabeth war müde geworden. Endlich klang zwischen den Bäumen hindurch das Lachen der Gesellschaft; dann sahen sie auch ein weißes Tuch am Boden schimmern, das war die Tafel, und darauf standen Erdbeeren in Hülle und Fülle. Der alte Herr hatte eine Serviette im Knopfloch und hielt den Jungen die Fortsetzung seiner moralischen Reden, während er eifrig an einem Braten herumtranchierte.
»Da sind die Nachzügler,« riefen die Jungen, als sie Reinhard und Elisabeth durch die Bäume kommen sahen.