"Ich darf aber doch Mama sagen?" fragte sie schüchtern.

—"Gewiß, Agnes; sag, was du willst, Mama oder Mutter, wie es dir gefällt!"

Das Kind sah verlegen zu ihr auf und erwiderte beklommen: "Mama könnte ich gut sagen!"

Die junge Frau warf einen raschen Blick auf sie und heftete ihre dunkeln Augen in die noch dunkleren des Kindes. "Mama; aber nicht Mutter?" fragte sie.

"Meine Mutter ist ja tot", sagte Nesi leise.

In unwillkürlicher Bewegung stießen die Hände der jungen Frau das Kind zurück; aber sie zog es gleich und heftig wieder an ihre Brust.

"Nesi", sagte sie, "Mutter und Mama ist ja dasselbe!"

Nesi aber erwiderte nichts; sie hatte die Verstorbene immer nur Mutter genannt.

—Das Gespräch war zu Ende. Der Hausherr war wieder eingetreten, und da er sein Töchterchen in den Armen seiner jungen Frau erblickte, lächelte er zufrieden.

"Aber jetzt komm", sagte er heiter, indem er der letzteren seine Hand entgegenstreckte, "und nimm als Herrin Besitz von allen Räumen dieses Hauses!"