Es wurde schon Morgen, in dem ganzen Nest Auerbach war nur ein Ackerwagen aufzutreiben, und konnten wir diesen auch erst in einer Stunde bekommen. —

»Wissen Sie was?« rief der älteste meiner Begleiter. »Wir wollen aufs Neue mit dem Kutscher einen Vertrag schließen. Es ist nicht mehr gefährlich sich von ihm fahren zu lassen. Der Weg zum Schultheiß und der Proceß haben ihn entnüchtert.«

»Meinetwegen«, rief ich ärgerlich »wenn ich nur um acht Uhr morgen früh in Frankfurt bin. Aber das ist ja auch schon unmöglich geworden.«

»Kutscher! Landsmann! Schwager!« redete der älteste S. den siegreichen Beklagten an. — »Was wollt Ihr haben, wenn Ihr uns nach Darmstadt, den Herrn aber nach Frankfurt fahrt.«

Der Kutscher gab eine fürchterliche Antwort. Ich mag sie hier gar nicht hersetzen.

Aber ich thue es doch — Nein, ich thue es nicht. — Er sagte — er sagte, — es ist demüthigend — »Solch ein Lumpenpack wie Ihr seid, das nicht einmal begreift wie leicht man ein weißes Chausseehaus mit einer weißen Chaussee verwechseln kann, fahre ich mein Lebtag nit wieder.« —

Das war zu viel. — Während der Ackerwagen bestellt wurde schrieb ich an die Heidelberger Burschenschaft und an die Cerevisia. In der tiefsten Zerknirschung beantragte ich den ewigen Verruf des Kutschers.

Endlich kam der Ackerwagen, auf dessen Stroh wir uns wie Beinbrüchige, wie Blessirte, vagabondenmäßig hinlegen mußten. Und doch ward diese horizontale Procedur ein Glück für uns, denn wir waren keine sechs Schritte gefahren, als ein Rad vom Wagen lief, und wir auf der Erde lagen.

Unsern ci devant Kutscher hörte ich höhnisch lachen.

Nach einer halben Stunde wurde unser Fahrzeug wieder flott. Ich langte aber erst in derselben Stunde zu Darmstadt an, als die von mir ersehnte Post von Frankfurt nach Cassel abging. —