»Laß ihn nur, mein Kind; ich will ihn hier unten erwarten. Du weißt, ich bin zu einer Unterredung mit deinem Mann gekommen … zu einer sehr, sehr ernsten Unterredung, meine liebe Tony. Ist Herr Kesselmeyer hier?«

»Jawohl, Papa, er sitzt im Penseezimmer und besieht das Album …«

»Wo ist Erika?«

»Oben, mit Thinka, im Kinderzimmer, es geht ihr gut. Sie badet ihre Puppe … natürlich nicht im Wasser … eine Wachspuppe … kurzum, sie tut nur so …«

»Versteht sich.« Der Konsul atmete auf und fuhr fort: »Ich kann nicht annehmen, liebes Kind, daß du über die Lage … die Lage deines Mannes unterrichtet bist?«

Er hatte sich auf einem der Fauteuils niedergelassen, die den großen Tisch umgaben, während Tony auf einem kleinen Sessel, der drei schräg übereinander getürmte seidene Kissen darstellte, zu seinen Füßen saß. Die Finger seiner Rechten spielten behutsam mit den Diamanten an ihrem Halse.

»Nein, Papa«, antwortete Tony; »das muß ich dir gestehen, ich weiß gar nichts. Mein Gott, ich bin eine Gans, weißt du, ich habe gar keine Einsicht! Neulich habe ich ein bißchen zugehört, als Kesselmeyer mit Grünlich sprach … Zum Schlusse schien es mir, als ob Herr Kesselmeyer wieder nur Spaß machte … er redet immer so lächerlich. Ein- oder zweimal verstand ich deinen Namen …«

»Du verstandest meinen Namen? In welcher Beziehung?«

»Nein, von der Beziehung weiß ich gar nichts, Papa!… Grünlich war seit diesem Tage mürrisch … ja, unausstehlich, das muß ich sagen!… Bis gestern … gestern war er sanft gestimmt und fragte zehn- oder zwölfmal, ob ich ihn liebe, ob ich ein gutes Wort bei dir für ihn einlegen würde, wenn er dich etwas zu bitten hätte …«

»Ah …«