»Ich danke Ihnen, daß Sie gekommen sind«, setzte Herr Grünlich hinzu.

»Das war meine Pflicht, mein Freund«, erwiderte der Konsul; »nur fürchte ich, daß es das einzige bleiben wird, was ich in Ihrer Sache zu tun vermag.«

Sein Schwiegersohn warf ihm einen hastigen Blick zu und nahm dann eine noch schlaffere Haltung an.

»Ich höre«, fuhr der Konsul fort, »daß Ihr Bankier, Herr Kesselmeyer, uns erwartet … welchen Ort haben Sie für die Unterredung bestimmt? Ich stehe zu Ihrer Verfügung …«

»Ich bitte Sie um die Güte, mir zu folgen«, murmelte Herr Grünlich.

Konsul Buddenbrook küßte seine Tochter auf die Stirn und sagte: »Geh hinauf zu deinem Kinde, Antonie!«

Dann schritt er mit Herrn Grünlich, der sich bald vor ihm, bald hinter ihm bewegte und die Portieren öffnete, durch das Speisezimmer ins Wohngemach.

Als Herr Kesselmeyer, der am Fenster stand, sich umwandte, richteten die weißen und schwarzen Flaumfedern auf seinem Kopfe sich auf und sanken dann sanft auf den Schädel zurück.

»Herr Bankier Kesselmeyer … Großhändler Konsul Buddenbrook, mein Schwiegervater …«, sagte Herr Grünlich ernst und bescheiden. Des Konsuls Gesicht war bewegungslos. Herr Kesselmeyer bückte sich mit hängenden Armen, indem er seine beiden gelben Eckzähne auf die Oberlippe setzte und sagte: »Ihr Diener, Herr Konsul! Meine lebhafte Satisfaktion, das Vergnügen zu haben!«

»Verzeihen Sie gütigst, daß Sie haben warten müssen, Kesselmeyer«, sagte Herr Grünlich. Er war voll Höflichkeit für den einen wie für den anderen.