Auch Lebrecht Kröger sprach. Er erlaubte sich, sitzen zu bleiben dabei, weil das einen noch kulanteren Eindruck machte, und nur aufs gefälligste mit Kopf und Händen zu gestikulieren, während er seinen Trinkspruch den beiden Damen des Hauses, Mme. Antoinette und der Konsulin, gelten ließ.

Als er aber geendet, als der Plettenpudding schon beinahe verspeist war und der Malvasier zur Neige ging, da erhob sich langsam, mit einem Räuspern und unter einem allgemeinen »Ah!« Herr Jean Jacques Hoffstede … die Kinder, da unten, applaudierten geradezu vor Freude.

»Ja, excusez! ich konnte nicht umhin …« sprach er, wobei er leicht seine spitze Nase berührte und ein Papier aus der Rocktasche zog … Ein tiefes Stillschweigen verbreitete sich im Saale.

Das Blatt, das er in Händen hielt, war allerliebst kunterbunt, und von einem Oval, das auf der Außenseite von roten Blumen und vielen goldenen Schnörkeln gebildet ward, verlas er die Worte:

»Gelegentlich der freundschaftlichen Teilnahme an dem frohen Einweihungsfeste des neuerworbenen Hauses mit der Familie Buddenbrook. Oktober 1835.«

Und dann wendete er und begann mit seiner schon etwas zitternden Stimme:

Hochverehrte! – Nicht versäumen

Darf es mein bescheiden Lied,

Euch zu nah'n in diesen Räumen,

Die der Himmel euch beschied.