Seine Augen schweiften ein wenig ab dabei. – Er hatte sich in diesen fünf Jahren kaum verändert; nur dass sein Gesicht vielleicht noch schmaler geworden war, seine Augen noch tiefer in ihren Höhlen lagen. Dann und wann atmete er tief auf.
»Du bist schon lange in Rom?« fragte er.
»In der Stadt noch nicht lange; ich war ein paar Monate auf dem Lande.«
»Und Du?«
»Ich war bis vor einer Woche am Meer. Du weisst, ich habe es den Bergen immer vorgezogen ... Ja, ich habe, seit wir uns nicht sahen, ein gutes Stück Erde kennen gelernt.« –
Und er begann, während er neben mir ein Glas sorbetto schlürfte, zu erzählen, wie er diese Jahre verbracht hatte: Auf Reisen, immer auf Reisen. Er hatte in den Tiroler Bergen gestreift, hatte ganz Italien langsam durchmessen, war von Sizilien nach Afrika gegangen und sprach von Algier, Tunis, Ägypten.
»Schliesslich bin ich einige Zeit in Deutschland gewesen,« sagte er, »in Karlsruhe; meine Eltern wünschten dringend, mich zu sehen und haben mich nur ungern wieder ziehen lassen. Jetzt bin ich seit einem Vierteljahre wieder in Italien. Ich fühle mich im Süden zu Hause, weisst Du. Rom gefällt mir über alle Massen!...«
Ich hatte ihn noch mit keinem Worte nach seinem Befinden befragt. Jetzt sagte ich:
»Aus alledem darf ich schliessen, dass Deine Gesundheit sich bedeutend gekräftigt hat?«
Er sah mich einen Augenblick fragend an; dann erwiderte er: