„Nun, die dort lassen keinen darben, der zu ihnen gehört.“

„Wer, ‚die dort‘?“

„Jene Väter.“

„Väter? Väter?“

„Aber, Ingenieur, ich meine die Jesuiten!“

Das gab eine Pause. Die Vettern zeigten größte Betroffenheit. Hans Castorp rief:

„Was, Himmel, Kreuz, verflucht nochmal – der Mann ist ein Jesuit?!“

„Sie haben es erraten“, sprach Herr Settembrini fein.

„Nein, nie im Leben hätte ich ... Wer kommt denn auf so was! Darum also haben Sie ihn Padre tituliert?“

„Das war eine kleine Höflichkeitsübertreibung“, entgegnete Settembrini. „Herr Naphta ist nicht Pater. Die Krankheit ist schuld daran, daß er es vorderhand nicht soweit gebracht hat. Aber er hat das Noviziat absolviert und die ersten Gelübde getan. Die Krankheit zwang ihn, seine theologischen Studien zu unterbrechen. Er hat dann noch einige Jahre als Präfekt in einem Ordensinstitut Dienst verrichtet, das heißt: als Aufseher, Präceptor, Gouverneur der jungen Zöglinge. Das kam seinen pädagogischen Neigungen entgegen. Hier kann er ihnen weiter nachhängen, indem er am Fridericianum Lateinisch lehrt. Er ist seit fünf Jahren hier. Es ist unsicher geworden, ob und wann er diesen Ort wird verlassen dürfen. Aber er ist Angehöriger des Ordens, und wäre er ihm selbst lockerer verbunden, es könnte ihm nirgends fehlen. Ich sagte Ihnen, daß er für seine Person arm, will sagen: besitzlos ist. Natürlich, das ist Vorschrift. Aber der Orden verfügt über ungemessene Reichtümer, und er sorgt für die Seinen, wie Sie sahen.“