„Entschuldigen Sie, ich will anders fragen, allgemeiner und einfacher. Glauben Sie an Gott?“
„Ich werde Ihnen antworten. Warum fragen Sie?“
„Ich wollte Sie nicht versuchen vorhin, aber es gibt da eine biblische Geschichte, worin jemand den Herrn mit einer römischen Münze versucht und zur Antwort bekommt, man solle dem Kaiser geben, was des Kaisers, und Gott, was Gottes sei. Mir kommt vor: diese Art zu unterscheiden liefert den Unterschied zwischen Politik und Nichtpolitik. Gibt es Gott, so gibt es auch diesen Unterschied. Glauben die Freimaurer an Gott?“
„Ich verpflichtete mich, Ihnen zu antworten. Sie sprechen von einer Einheit, an deren Herstellung gearbeitet wird, die aber heute zum Leidwesen aller Guten noch nicht existiert. Der Weltbund der Freimaurer existiert nicht. Wird er hergestellt sein – und ich wiederhole, es wird mit aller stillen Emsigkeit an diesem großen Werke gearbeitet – so wird ohne Zweifel auch sein religiöses Bekenntnis einheitlich sein, und es wird lauten: ‚Écrasez l’infâme‘.“
„Obligatorisch? Das wäre nicht tolerant.“
„Dem Problem der Toleranz dürften Sie kaum gewachsen sein, Ingenieur. Prägen Sie sich immerhin ein, daß Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt.“
„Gott wäre das Böse?“
„Die Metaphysik ist das Böse. Denn sie ist zu nichts gut, als den Fleiß einzuschläfern, den wir dem Bau des Gesellschaftstempels zuwenden sollen. Und so hat denn schon vor einem Menschenalter der Groß-Orient von Frankreich ein Beispiel gegeben, indem er den Namen Gottes aus seinen sämtlichen Schriftstücken strich. Wir Italiener sind ihm darin nachgefolgt ...“
„Wie katholisch!“